Uckermark-Unternehmerin kritisiert 1000-Euro-Prämie: „Wo soll das Geld herkommen?“
Unternehmerin kritisiert 1000-Euro-Prämie der Regierung

Uckermark-Unternehmerin kritisiert 1000-Euro-Prämie: „Wo soll das Geld herkommen?“

Die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeschlagene steuerfreie Prämie von bis zu 1000 Euro für Beschäftigte stößt bei Arbeitgebern in der Uckermark auf massive Kritik. Während viele Arbeitnehmer sich über die zusätzliche Vergütung freuen würden, sehen Unternehmer die Realität in einer angespannten Wirtschaftslage deutlich anders.

„Das Geld muss erst erwirtschaftet werden“

Regina Kleta, Mitgesellschafterin der BDP Baudenkmalpflege Prenzlau GmbH & Co. KG, äußert sich im Gespräch mit dem Nordkurier deutlich: „Aber ganz ehrlich, wo soll das Geld denn momentan herkommen? Das muss doch erst einmal erwirtschaftet werden.“ Die Unternehmerin betont, dass der Eindruck, Berlin könne das Geld einfach verteilen, trügerisch sei. Ihr mittelständischer Betrieb mit 61 Mitarbeitenden inklusive Auszubildenden müsste bei einer Umsetzung der Prämie zehntausende Euro zusätzlich aufbringen.

Angespannte Lage in der Bauwirtschaft

Die Situation im Baugewerbe beschreibt Kleta als recht angespannt. Während das Jahr 2025 noch stabil verlaufen sei, würden seit diesem Jahr die Aufträge merklich weniger. „Vor allem Privatleute könnten sich einen Handwerker doch kaum noch leisten“, so die Unternehmerin, die den Politikern vorwirft, diese Realität in ihrer „Blase“ nicht mehr mitzubekommen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Kostenexplosion bei Materialien verschärft die Situation zusätzlich:

  • Ein Sack Zement kostete vor dem Ukrainekrieg 2,48 Euro netto
  • Aktuell müssen Betriebe 4,67 Euro dafür bezahlen
  • Steigerungen von bis zu 80 Prozent sind keine Seltenheit

„Und alle tun so, als wäre das normal. Ist es nicht! Im Gegenteil“, betont Kleta. Nicht nur sie habe den Eindruck, dass der Mittelstand im ländlichen Raum sukzessive vernichtet werde.

Handwerkskammer bestätigt schwierige Lage

Der Konjunkturbericht der Handwerkskammer Frankfurt/Oder untermauert die kritische Situation. Martin Römer, Leiter der Pressestelle, bestätigt: „Die wirtschaftliche Lage im ostbrandenburgischen Handwerk zeigt sich im Frühjahr 2026 weiterhin angespannt. Eine spürbare Aufwärtsdynamik ist nicht erkennbar.“

Die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  1. Der durchschnittliche Auftragsvorlauf ist auf nur noch 9,3 Wochen gesunken
  2. Besonders im Ausbaugewerbe haben sich Auftragsbestände reduziert
  3. Weiter steigende Einkaufspreise belasten die Betriebe erheblich
  4. Nur wenige Unternehmen können höhere Kosten über Verkaufspreise ausgleichen
  5. Der Margendruck bleibt entsprechend hoch

Frustration über Steuerpolitik

Regina Kleta äußert grundsätzliche Kritik an der aktuellen Steuerpolitik: „Ich habe den Eindruck, dass das deutsche Steuergeld überall in der Welt ausgegeben wird, nur nicht für das eigene Volk.“ Die Regierung werfe mit Milliarden um sich, während die Bürger leer ausgingen und sogar weiter belastet würden.

Die Unternehmerin betont zwar, dass sie jedem ihrer Angestellten mehr Geld gönnen würde, stellt aber die entscheidende Frage: „Aber wo bitteschön soll es in den Betrieben denn herkommen? Die Umsätze sind doch rückläufig.“ In einer Zeit, in der viele Betriebe ums Überleben kämpfen, erscheine eine zusätzliche Belastung durch Prämienzahlungen unrealistisch.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration