Warnstreik legt Produktion bei Filinchen-Hersteller Gutena in Apolda lahm
Im thüringischen Apolda steht die gesamte Produktion des Filinchen-Herstellers Gutena am Donnerstag still. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Belegschaft zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen, um im anhaltenden Tarifkonflikt Druck aufzubauen. Dieser Schritt markiert eine Eskalation in den Verhandlungen, die bereits seit Wochen andauern und am 17. April in die dritte Runde gehen sollen.
Forderungen der Gewerkschaft und Gegenposition der Geschäftsführung
Die NGG verlangt für die Beschäftigten von Gutena deutliche Einkommensverbesserungen. Konkret fordert sie Erhöhungen von jeweils 30 Euro in den Monaten April, Juni und August sowie zusätzliche 10 Euro im Oktober. Diese Schritte sollen die finanzielle Situation der Mitarbeiter angesichts steigender Lebenshaltungskosten verbessern.
Die Geschäftsführung von Gutena hält dagegen mit kontroversen Vorschlägen. Sie plant, die tarifliche Wochenarbeitszeit von derzeit 37 Stunden auf 38 Stunden zu erhöhen – ohne einen entsprechenden Lohnausgleich. Zudem möchte das Unternehmen die Möglichkeit schaffen, bis zu vier Sonderschichten einzuführen. Die Gewerkschaft kritisiert diese Forderungen scharf und bezeichnet sie als einen „hohen Preis“ für einen möglichen Tarifabschluss.
Rückkehr zum Flächentarifvertrag als zentrale Forderung
Ein weiterer Kernpunkt des Konflikts ist die Forderung der NGG nach einer Rückkehr des Unternehmens in den Flächentarifvertrag für die ostdeutsche Süßwarenindustrie. Dieser Vertrag würde standardisierte Arbeitsbedingungen und Löhne für die Branche in der Region sicherstellen. Die Gewerkschaft argumentiert, dass dies langfristig faire Wettbewerbsbedingungen und soziale Sicherheit für die Beschäftigten gewährleisten würde.
Der Warnstreik am Donnerstag dient als deutliches Signal an die Geschäftsführung, die Verhandlungen ernsthaft voranzutreiben. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten weitere Arbeitsniederlegungen folgen, was die Produktion der beliebten Filinchen dauerhaft beeinträchtigen könnte. Die Situation in Apolda wird daher mit Spannung beobachtet, da sie exemplarisch für aktuelle Tarifkonflikte in der Lebensmittelindustrie steht.



