Warnstreiks legen Berliner Kitas, Schulen und Behörden lahm
Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Mittwoch zu umfangreichen Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen, die in Berlin zu erheblichen Einschränkungen führen. Kitas und Schulen bleiben teilweise geschlossen, während Behörden nur eingeschränkt erreichbar sind. Eltern und Bürger müssen sich auf Beeinträchtigungen im Alltag einstellen und können mit einigen Maßnahmen reagieren.
Wie Eltern und Bürger sich vorbereiten können
Für Eltern, deren Kinder eine der knapp 250 landeseigenen Kitas in Berlin besuchen, ist es ratsam, im Vorfeld zu klären, ob eine Notbetreuung angeboten wird. Alternativen umfassen die Betreuung durch Verwandte oder Großeltern, die Organisation einer gemeinsamen Kinderbetreuung mit anderen Eltern aus der Kita-Gruppe oder die Absprache mit dem Arbeitgeber über Homeoffice-Möglichkeiten oder verkürzte Arbeitszeiten. Bei geplanten Terminen in Bürgerämtern sollte vorab über die Homepage oder telefonisch geprüft werden, ob der Service eingeschränkt ist.
An staatlichen Schulen kann der Unterricht ausfallen, wenn angestellte Lehrer und Referendare sich dem Streik anschließen. Ein Blick in den Vertretungsplan der Schule gibt Aufschluss über die erwarteten Auswirkungen. Bürger sollten zudem mit Verzögerungen in Behörden rechnen und wichtige Angelegenheiten gegebenenfalls verschieben.
Verdi verstärkt den Druck im Tarifstreit
Die Warnstreiks sind Teil der dritten Verhandlungsrunde zwischen Verdi und den Ländern, bei der die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Lohn oder mindestens ein Plus von 300 Euro pro Monat fordert, um untere Lohngruppen zu stärken. In den vorherigen Runden hatten die Arbeitgeber noch kein konkretes Angebot vorgelegt. Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann betonte: „Wir erwarten endlich ein Angebot, das der Bedeutung der Arbeit im öffentlichen Dienst gerecht wird.“
Von den Tarifverhandlungen sind rund 2,2 Millionen Beschäftigte betroffen, darunter mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte, für die direkt verhandelt wird. Für etwa 1,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger soll ein späteres Ergebnis per Gesetz in den einzelnen Ländern übertragen werden. Die Streiks haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Bundesländer erfasst, mit Schwerpunkten an Schulen in Ostdeutschland.
Demonstrationen und Kundgebungen in Potsdam
Im Rahmen des Warnstreiks findet am Mittwoch ab 9.30 Uhr in Potsdam eine Demonstration vom Lustgarten zum Kongresshotel statt, dem Verhandlungsort. Dort ist ab 11.45 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant. Beschäftigte der Berliner Feuerwehr, Polizei und Senatsverwaltungen sollen sich anschließen, während in Brandenburg Mitarbeiter der Polizei und Landesministerien zur Arbeitsniederlegung aufgerufen sind. Die genauen Auswirkungen auf den Alltag der Bürger bleiben abzuwarten, doch die Gewerkschaften wollen mit diesen Aktionen den Druck in den Verhandlungen deutlich erhöhen.



