Merz' China-Reise: Ehre und Wirtschaftsdeals in Peking
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) erlebte während seiner China-Reise eine besondere Ehre in Peking. Noch vor der offiziellen Öffnung um 8.30 Uhr erhielt er mit seiner Delegation ab 8.00 Uhr eine exklusive Privatführung durch die berühmte Verbotene Stadt. Normalerweise wird das mystische Gelände täglich von bis zu 80.000 Touristen besucht, doch Merz und seine Gruppe hatten es für sich alleine.
Privatführung und historischer Kontext
In den diesigen Morgenstunden, in denen Merz in seinem Mantel etwas zu frieren schien, wurde er vom Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts in Peking, Dominic Hosner, durch die Anlage begleitet. Solch eine exklusive Behandlung erhielt zuletzt im Jahr 2017 US-Präsident Donald Trump (79), der damals von Staatspräsident Xi Jinping (72) persönlich geführt wurde. Merz nutzte die Gelegenheit für einen halbstündigen Besuch und schrieb ins Gästebuch: „Ich wünsche uns ein gutes Tempo, Kraft und Energie für das Jahr des Pferdes. Möge es ein Jahr der Zusammenarbeit und des Wachstums für Deutschland und China werden.“ Diese Worte symbolisierten die deutschen Bemühungen, die stockenden Handelsbeziehungen wiederzubeleben.
Automobilindustrie im Fokus
Direkt nach der Visite besuchte Merz eine Ausstellung von Mercedes-Benz im Hilton-Airport-Hotel, wo er vom Konzernchef Ola Källenius neue elektrisch betriebene Modelle wie den GLC L präsentiert bekam. Er ließ sich zu einer Spritztour mit einem autonom fahrenden Benz (Typ S-Klasse) überreden, der mit 30 Sensoren und 10 Kameras ausgestattet ist und bereits in China und den USA im Einsatz ist, in Europa jedoch noch nicht. Merz kommentierte knapp: „Gut zu fahren.“ Källenius pries die Technik als „gesellschaftsverändernd“. Parallel dazu beobachtete Oliver Zipse, CEO von BMW, die neuen Modelle des Konkurrenten, was die Daimler-Kollegen aus China amüsierte.
Beide Autobauer kämpfen mit Absatzproblemen in China. Bei Mercedes-Benz brach der China-Absatz im vergangenen Jahr um 20 Prozent ein, bei BMW sanken die Verkäufe um 12,5 Prozent. Immerhin konnte BMW während der Reise eine Vereinbarung zur Ausweitung der Kooperation mit dem chinesischen Batterie-Riesen CATL schließen, was elektrische BMW auf dem deutschen Markt günstiger machen könnte.
Wichtige Wirtschaftsabkommen
Ein Höhepunkt der Reise war die Nachricht während des Gesprächs zwischen Merz und Xi, dass die chinesische Führung bei Airbus 120 zusätzliche Flugzeuge bestellt hat. Weitere Deals wurden vereinbart:
- Fußball: Die Deutsche Fußball Liga und China Media Group (CMG) unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Verlängerung ihres TV-Vertrags. DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel reiste eigens mit, um dies zu besiegeln.
- Hühnerfüße: Ein Protokoll regelt die Wiederaufnahme des Handels mit Hühnerfüßen zwischen Deutschland und China, nachdem dieser aufgrund von Tierseuchen gestoppt wurde. Deutsche Hühnerzüchter profitieren davon.
- Pakete: DHL erhält zusätzliche Landerechte und kann so sein Geschäft in China ausbauen, was den Warentransport beschleunigt.
- Pandas: Deutschland und China verlängerten ein zehnjähriges Abkommen zum Schutz und zur Erforschung des Riesenpandas. Zwei Pandas aus Chengdu werden zu Forschungszwecken nach München reisen.
Diese Vereinbarungen zeigen die vielfältigen Bemühungen, die deutsch-chinesischen Beziehungen in verschiedenen Sektoren zu stärken und wirtschaftliche Impulse zu setzen.



