Studie enthüllt: Europas geheime Hebel gegen Donald Trump im Handelsstreit
Studie: Europas geheime Hebel gegen Trump im Handelsstreit

Studie enthüllt: Europas geheime Hebel gegen Donald Trump im Handelsstreit

Eine neue Studie von Wirtschaftsexperten zeigt auf, dass Europa im Falle eines erneuten Handelskonflikts mit den USA über unerwartete Machthebel verfügt. Die deutsche Ökonomin Philippa Sigl-Glöckner vom Thinktank Dezernat Zukunft hat gemeinsam mit Kollegen analysiert, in welchen Bereichen die amerikanische Wirtschaft stärker von europäischen Exporten abhängt als bisher angenommen.

Gasturbinen als kritischer Faktor

Insbesondere bei Gasturbinen aus Deutschland besteht eine hohe Abhängigkeit der USA. Diese Turbinen sind technologisch anspruchsvoll herzustellen und müssen extremen Belastungen standhalten. Die aktuelle Nachfrage in den USA ist enorm, da die Turbinen benötigt werden, um energieintensive Datenzentren für KI-Programme mit Strom zu versorgen. Ohne diese Rechenzentren fehlt moderner KI die notwendige Leistung. Ein Exportstopp könnte den USA laut Sigl-Glöckner Schäden von bis zu 50 Milliarden Euro verursachen.

Uran für Trumps Atomrenaissance

Ein weiterer überraschender Punkt ist die Abhängigkeit der USA bei niedrig angereichertem Uran. Für US-Präsident Donald Trump, der eine große Atomrenaissance ausgerufen hat, ist dieses Uran von entscheidender Bedeutung. Die USA verfügen jedoch nur über eine einzige Produktionsstätte, die einem europäischen Unternehmen gehört. Der Großteil des benötigten Urans stammt derzeit aus Europa, was Europa in Verhandlungen eine strategische Position verschafft.

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Pharma-Bereich als heikles Terrain

Die Forscher betrachten den Pharmabereich als besonders kritisch. Es gibt spezialisierte Produkte, die Europa in die USA liefert und die innerhalb eines Jahres ersetzt werden könnten. Doch ein Ausfall dieser Medikamente für ein Jahr würde erhebliches Leid verursachen. Zudem würden die USA wahrscheinlich mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren. Daher raten die Experten, Medikamente bei Handelsstreitigkeiten auszuklammern.

Sorge vor dem Kill-Switch und Macht der Tech-Regulierung

Sigl-Glöckner äußert Bedenken hinsichtlich eines sogenannten Kill-Switchs, den die USA betätigen könnten, um Europa erheblich zu schädigen. Ein Abschalten von Cloud-Diensten wie Microsoft oder Google hätte verheerende Folgen für die europäische Wirtschaft. Gleichzeitig sieht sie Europa in einer Machtposition gegenüber amerikanischen Tech-Konzernen. Einschränkungen durch die EU würden die Börsenkurse dieser Unternehmen sinken lassen, was amerikanische Rentner treffen würde, da deren Pensionsfonds stark in Tech-Aktien investiert sind. Dies könnte politisch unangenehm für jeden US-Präsidenten werden.

Die Studie unterstreicht, dass Europa im Handelsstreit mit den USA nicht machtlos dasteht, sondern über mehrere strategische Hebel verfügt, die bei Verhandlungen genutzt werden könnten.

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