Insolvenz bei Plastic Manufacturing: 375 Mitarbeiter verlieren Jobs nach Verkauf an Investor
375 Kündigungen bei insolventem Autozulieferer Plastic Manufacturing

Massive Stellenstreichungen bei insolventem Autozulieferer

Die Insolvenz der Plastic Manufacturing Group hat nun konkrete und schmerzhafte Folgen für die Belegschaft. Nach monatelanger Unsicherheit für die rund 730 Mitarbeiter steht fest: Mindestens 375 Beschäftigte werden ihre Arbeitsplätze verlieren. Ein Investor hat zwar Teile des Unternehmens übernommen, doch dieser Rettungsversuch geht mit tiefen Einschnitten einher.

Standortschließung in Sachsen

Besonders hart trifft es den Standort in Oberlungwitz in Sachsen. Dort erhalten alle 75 Mitarbeiter zum 31. Juli ihre Kündigung, der Standort wird komplett geschlossen. Das Unternehmen war einst führend in der Verarbeitung und Veredelung von Kunststoffmaterialien, konnte sich aber im schwierigen Marktumfeld nicht behaupten.

Drastischer Abbau in Bayern

Auch am Hauptstandort in Leinburg-Diepersdorf in Bayern werden die Konsequenzen deutlich spürbar. Von den zuletzt 535 Arbeitsplätzen werden etwa 300 gestrichen. Bereits Anfang des Jahres waren an diesem Standort bereits 160 Stellen weggefallen. Lediglich der Standort in Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen bleibt weitgehend verschont – dort wird der Großteil der rund 120 Mitarbeiter weiterbeschäftigt.

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Insolvenzverwalter: „Schmerzliche Einschnitte“

Insolvenzverwalter Volker Böhm kommentierte die Entwicklung gegenüber Medien. „Mit der jetzt vereinbarten Übernahme ist es gelungen, zumindest für einen Teil der Gruppe eine tragfähige Perspektive zu schaffen“, sagte Böhm. Gleichzeitig sprach er von „schmerzlichen Einschnitten“, die eine Folge der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Monate seien.

Die Unternehmen hätten erhebliche Umsatzrückgänge verkraften müssen, hinzu komme der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilzulieferer-Industrie. Vor diesem Hintergrund sei die nun gefundene Lösung ein positives Ergebnis – wenigstens für einen Teil des Unternehmens.

Sozialplan und Transfergesellschaft

Für die betroffenen Mitarbeiter gibt es zumindest einige Unterstützungsmaßnahmen. Insolvenzverwalter Böhm hat sich mit dem Betriebsrat am Standort Diepersdorf bereits über einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt. Zudem wird eine Transfergesellschaft eingerichtet.

In dieser werden die von einer Kündigung betroffenen Arbeitnehmer für bis zu sechs Monate weiterbeschäftigt und können Qualifizierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Dies soll den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse erleichtern.

Geheimnisvoller Investor

Der Name des Investors, der die beiden verbleibenden Standorte in Leinburg-Diepersdorf und Lüdenscheid übernimmt, wurde nicht offiziell bekannt gegeben. Medienberichten zufolge soll es sich jedoch um die AluConcept AG aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken handeln.

Das Unternehmen ist ein Spezialist für galvanische Oberflächenbeschichtung in den Bereichen Auto, Möbel und Sanitär. Eine offizielle Bestätigung seitens des Unternehmens steht jedoch noch aus, entsprechende Anfragen blieben bisher unbeantwortet.

Hintergrund der Insolvenz

Die Plastic Manufacturing Group musste Ende 2025 Insolvenz anmelden. Das Unternehmen war über Jahre hinweg ein wichtiger Zulieferer für die Automobilindustrie, spezialisiert auf die Verarbeitung und Veredelung von Kunststoffmaterialien. Die wirtschaftlichen Herausforderungen der letzten Monate und der strukturelle Wandel in der Branche haben jedoch zu erheblichen Problemen geführt.

Die nun bekannt gewordenen Maßnahmen zeigen, wie schwerwiegend die Folgen dieser Entwicklung für die Mitarbeiter sind. Während einige Standorte zumindest teilweise erhalten bleiben können, bedeutet dies für Hunderte von Beschäftigten das Ende ihrer bisherigen Tätigkeit.

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