Die Bayern-Frauen sind nach dem Champions-League-Halbfinale ausgeschieden. In Barcelona verloren sie das Spiel und verpassten den Einzug ins Finale. Star-Spielerinnen wie Giulia Gwinn und Pernille Harder, Trainer José Barcala und Präsident Herbert Hainer sprachen danach von Stolz auf die gezeigte Leistung und Mentalität. Doch Stolz auf eine Niederlage? Stolz auf etwas, das nicht der Titel ist? Das passt nicht zum FC Bayern. Auch nicht im Frauenfußball. Vielmehr zeigt diese Saison: Deutschlands Spitzenklub muss noch mehr tun, um den ganz großen Wurf zu landen.
Entwicklung der Bayern-Frauen
Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen haben sich die Bayern im Frauenfußball sensationell entwickelt. Auch gegen Barcelona war mehr drin. Chefin Bianca Rech leistet Großartiges. Der gesamte Verein steht hinter der Abteilung. Mit dem Sportpark Unterhaching wurde extra ein Stadion für die Frauen gekauft. Der vierte Meistertitel in Folge spricht Bände. Doch die internationale Konkurrenz schläft nicht.
Gehaltsunterschiede in Europa
Immer mehr Klubs investieren viel Geld in ihre Frauenabteilungen. Was die Gehälter angeht, sind die Bayern in München längst in Europas zweiter Liga angelangt. Aktuell liegt das Limit für die besten Spielerinnen bei rund 300.000 Euro im Jahr. Vereine aus England, Frankreich und Spanien verdoppeln diese Summe locker und greifen nach den besten Bayern-Spielerinnen. England-Motor Georgia Stanway ist schon weg – wahrscheinlich zu Arsenal. Wie lange Gwinn, Klara Bühl oder Franziska Kett bleiben, ist fraglich.
Investitions-Offensive gefordert
Geld ist im Frauenfußball nicht alles, aber die Bayern müssen mehr zahlen. Das Gehaltsbudget muss erhöht werden, sonst sind die Stars nicht mehr zu halten. Ersatz auf demselben Niveau wird dann auch nicht mehr verfügbar sein. Die Frauen brauchen das, was die Männer 2023 mit Harry Kane vorgemacht haben. Ein Statement-Transfer, der sich jetzt voll auszahlt. Boss Hainer schwärmte von Barcelonas Caro Hansen. England-Ikone Chloe Kelly sitzt bei Arsenal viel auf der Bank. Das wären Ansagen.
Bedeutung für den deutschen Frauenfußball
Ein echter Konkurrent für Barcelona, Lyon, Arsenal und Co. in der Champions League wäre enorm wichtig für den deutschen Frauenfußball. Das geht nur mit einer Investitions-Offensive. Wenn ein deutscher Klub das kann, dann sind es die Bayern. Die Weichen sind gestellt, jetzt muss gehandelt werden.



