Das Cabrio verliert an Fahrt: Verkäufe brechen dramatisch ein
Flensburg • Was einst als Symbol für Freiheit und Lebensfreude galt, entwickelt sich zunehmend zum Auslaufmodell: Das Cabrio verliert in Deutschland rapide an Bedeutung. Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes belegen einen deutlichen Rückgang der offenen Fahrzeuge auf deutschen Straßen.
Dramatischer Einbruch der Verkaufszahlen
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland nur noch 33.924 Cabrios neu zugelassen. Dies entspricht einem Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und selbst die Zahlen von 2024 stellten bereits einen langjährigen Tiefpunkt dar. Aktuell ist damit nur noch jeder 84. Neuwagen, der in Deutschland verkauft wird, ein Cabrio.
Der historische Vergleich verdeutlicht den dramatischen Wandel noch stärker: Im letzten Jahrzehnt wurden stets mehr als doppelt so viele Cabrios zugelassen. Im Rekordjahr 2009 waren es sogar 102.938 Fahrzeuge – fast dreimal so viele wie heute. Der kontinuierliche Abwärtstrend zeigt, dass die einstige Cabrio-Begeisterung deutlich nachgelassen hat.
Wandel im Lebensgefühl und SUV-Konkurrenz
Hinter diesem Rückgang stehen mehrere Faktoren. Einerseits hat sich das Lebensgefühl vieler Autofahrer gewandelt. Andererseits wird das Thema Freiheit, von dem der Cabrio-Markt einst profitierte, inzwischen zunehmend durch SUVs besetzt. Diese Fahrzeugklasse hat in den vergangenen Jahren ihren Marktanteil massiv ausgebaut und bietet viele der Attribute, die früher mit Cabrios assoziiert wurden.
Parallel dazu ist auch das Angebot an Cabrios stark zurückgegangen. Viele Automarken bieten gar keine offenen Modelle mehr an, andere nur noch ein oder zwei Varianten. Diese Verknappung des Angebots trägt ebenfalls zum Rückgang der Verkaufszahlen bei.
Marktführer und regionale Besonderheiten
Das meistverkaufte Cabrio in Deutschland war 2025 der T-Roc von Volkswagen mit 8.179 Fahrzeugen. Diese hohe Stückzahl reichte aus, um Volkswagen im Alleingang zur Nummer eins im deutschen Cabrio-Markt zu machen. Auf den weiteren Plätzen folgen:
- BMW mit 6.499 Fahrzeugen
- Mercedes mit 4.951 Fahrzeugen
- Porsche mit 4.946 Fahrzeugen
- Mini mit 4.926 Fahrzeugen
Alleine diese fünf Marken vereinen knapp 87 Prozent aller Cabrio-Verkäufe in Deutschland auf sich.
Interessant sind auch die regionalen Unterschiede: Besonders häufig sind Cabrios im oberbayerischen Landkreis Starnberg vertreten, wo sie 8,6 Prozent des zugelassenen Fahrzeugbestands ausmachen. Dahinter folgen der Hochtaunuskreis und Bad Dürkheim mit jeweils 7,0 Prozent. Selbst in diesen Hochburgen ist der Cabrio-Anteil jedoch innerhalb eines Jahres gesunken.
Bestand schrumpft langsam aber sicher
Trotz des jahrelangen Rückgangs bei den Neuzulassungen gibt es auf deutschen Straßen noch knapp 2,2 Millionen Cabrios. Diese Zahl stammt vom 1. Januar 2025; aktuellere Werte liegen noch nicht vor. Viele dieser Fahrzeuge werden als Oldtimer liebevoll von ihren Besitzern gepflegt, was den Bestand stabilisiert.
Dennoch schrumpft der Gesamtbestand mangels Nachschub langsam aber sicher: Am 1. Januar 2024 waren es noch etwa 24.000 Cabrios mehr. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen, solange die Neuzulassungen auf dem aktuellen niedrigen Niveau verharren.
Die Entwicklung zeigt deutlich: Das Cabrio, einst Inbegriff von Freiheit und Sommerfreude, verliert in der deutschen Automobillandschaft zunehmend an Bedeutung. Während Oldtimer-Liebhaber ihre offenen Fahrzeuge weiterhin pflegen, scheint die breite Masse der Autokäufer inzwischen andere Prioritäten zu setzen.



