Der frühere Formel-1-Pilot Mick Schumacher hat zwei Monate nach seiner Premiere in der IndyCar Series weiterhin mit der Umstellung zu kämpfen. Der 27-jährige Sohn von Michael Schumacher gab im Interview mit RTL/ntv Einblicke in die Herausforderungen, die das Fahren eines IndyCars mit sich bringt.
Körperliche Belastung und Technik
„Die Aufhängung ist so stabil, dass es einem das Lenkrad oft aus den Händen reißt, wenn man nicht rechtzeitig loslässt“, erklärte Schumacher. Er betonte, dass die Umstellung „nicht unbedingt schwieriger, aber deutlich anstrengender“ sei. Ein wesentlicher Unterschied zur Formel 1: Das IndyCar hat keine Servolenkung. „Daher ist es sehr mechanisch und vermittelt eine direkte Übersetzung der Fahrweise. Es ist ein schönes Gefühl, weil man direkt spürt, was das Auto macht“, so Schumacher.
In der Formel 1 wäre die körperliche Belastung ohne Servolenkung zu hoch. „Im IndyCar ist es so, dass man weniger Nackenbelastung hat, dafür aber deutlich mehr im Oberkörper arbeitet. Man muss das Lenkrad einfach wesentlich fester halten“, erläuterte der Deutsche.
Verletzungsrisiko und Sicherheit
Die Robustheit der IndyCars birgt laut Schumacher jedoch auch ein hohes Verletzungsrisiko. Er verwies auf die hohe Anzahl gebrochener Handgelenke in der Serie. „Für mich ist es deshalb sehr wichtig, im richtigen Moment die Hände vom Lenkrad zu nehmen“, betonte der 27-Jährige.
Trotz der Gefahren hat Schumacher keine Angst. Die IndyCar-Serie gilt mit Geschwindigkeiten von bis zu 360 km/h als deutlich gefährlicher als die Formel 1. „Wenn ich Angst hätte, wäre ich im falschen Sport. Es geht eher um Respekt und dieser ist derselbe“, sagte er. „Das gesamte Umfeld ist anders, die Rennstrecken sind neu für mich. Die ersten Monate waren daher sehr lehrreich und ich hoffe, dass die Resultate dann auch dementsprechend bald kommen werden.“
Bisherige Ergebnisse und Zukunftsaussichten
In den ersten fünf Saisonrennen seit Anfang März, die teilweise auf Ovalen stattfanden, erreichte Schumacher lediglich Platzierungen jenseits der Top-15. Der ehemalige Formel-1-Pilot fühlt sich in seiner neuen Heimat noch nicht vollständig wohl. „Amerika ist aktuell der Ort, an dem ich meine Arbeit habe und Rennen fahren kann. Deshalb muss ich auch hierbleiben“, erklärte er. Gleichzeitig vermisst er Europa: „Die USA sind ganz anders: sehr groß, weite Distanzen, man ist viel unterwegs. Ich meine, ich könnte aus der Schweiz innerhalb von zwei Stunden in Deutschland sein. Hier müsste ich jetzt elf Stunden im Flieger sitzen.“
Schumacher bleibt optimistisch, dass sich die Ergebnisse mit zunehmender Erfahrung verbessern werden. Er hofft, die Herausforderungen der IndyCar-Serie bald zu meistern und konkurrenzfähig zu sein.



