Ritter Sport streicht erstmals in 110 Jahren Stellen
Ritter Sport: Erster Stellenabbau in 110 Jahren

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport plant erstmals in seiner über 110-jährigen Geschichte einen Stellenabbau. In der Zentrale im baden-württembergischen Waldenbuch sollen rund 70 Arbeitsplätze in der Verwaltung gestrichen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das entspricht etwas mehr als jeder zehnten Stelle in diesem Bereich.

Verlust im vergangenen Jahr

Hintergrund sind wirtschaftliche Schwierigkeiten: Nach einem Verlust im Jahr 2025 greift der traditionsreiche Hersteller nun zu diesem drastischen Mittel. Der Umsatz stieg zwar um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro, doch die massiven Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Produktion und Verpackung konnten nicht ausgeglichen werden. Besonders der Rohstoff Kakao entwickelte sich zum Preistreiber.

Kakaopreise belasten das Geschäft

Die Kakaopreise waren in den vergangenen Jahren aufgrund schwächerer Ernten in Westafrika – ausgelöst durch Krankheiten und Extremwetter – stark gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt lag der Preis für Schokolade im März rund 71 Prozent über dem Niveau von 2020. Ritter Sport hatte zwar die Preise für seine quadratischen Tafeln erhöht, konnte die gestiegenen Kosten aber nur teilweise an den Handel weitergeben. Gleichzeitig gingen die Verkaufszahlen zurück, was auf eine deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher hindeutet.

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Sozialverträglicher Abbau angestrebt

Der Stellenabbau soll nach Angaben des Familienunternehmens sozialverträglich erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch nicht ausgeschlossen. Weltweit beschäftigt Ritter Sport rund 1900 Mitarbeiter, davon 1000 allein in Waldenbuch. Mehr als 600 arbeiten dort in der Verwaltung, die nun von den Kürzungen betroffen ist.

Entspannung bei Kakaopreisen zeichnet sich ab

In letzter Zeit haben sich die Kakaopreise etwas entspannt. Bessere Ernten ließen die Preise sinken, und einige Hersteller haben ihre Preise bereits herabgesetzt. Ob Ritter Sport davon profitieren wird, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen selbst betont, dass die Entscheidung zum Stellenabbau nicht leicht gefallen sei, aber notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

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