Söder besucht BMW-Werk in USA: 'Geht's BMW gut, geht's Bayern gut'
Söder in BMW-Werk USA: 'Geht's BMW gut, geht's Bayern gut'

Bayerns Ministerpräsident feiert Erfolg von BMW in den USA

Bei seiner USA-Reise hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das weltweit größte BMW-Werk in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina besucht. Begleitet wurde er vom designierten BMW-Vorstandsvorsitzenden Milan Nedeljković, der ihn durch die riesige Produktionsanlage führte.

Symbolischer Akt mit dem Hammer

Ein besonderes Erlebnis für Söder war die Gelegenheit, persönlich das berühmte weiß-blaue BMW-Emblem an einem frisch produzierten Fahrzeug anzubringen. Mit einem Hammer in der Hand vollführte er den symbolischen Akt und scherzte dabei in Anlehnung an den Wiesn-Anstich: "O'gschlagt is". Anders als sein Stellvertreter Hubert Aiwanger bei einem Besuch im Vorjahr, schlug Söder mehrmals zu, bis das Emblem schließlich auf der Motorhaube prangte.

BMW trotzt der Krise

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen kommt der Münchner Automobilkonzern vergleichsweise gut durch die aktuelle Krise der deutschen Autoindustrie. Im Jahr 2025 erzielte BMW zwar einen um drei Prozent gesunkenen Gewinn von etwa 7,4 Milliarden Euro bei einem Umsatzrückgang von sechs Prozent auf rund 133,5 Milliarden Euro, positioniert sich aber dennoch stabiler als viele Wettbewerber.

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Das Werk Spartanburg als strategischer Vorteil

Das BMW-Werk in Spartanburg spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mit einer Fläche von etwa 750.000 Quadratmetern – vergleichbar mit vier Allianz-Arenen inklusive umliegender Nutzfläche – gleicht die Anlage einer eigenen Kleinstadt. Täglich rollen hier 1.500 Fahrzeuge vom Band, darunter die Modelle X3, X5, X6, X7 und XM, die in knapp 120 Länder exportiert werden.

Der größte Vorteil: Das Werk profitiert vom Standort in den USA. Für dort verkaufte Fahrzeuge fallen keine Importzölle an. Gleichzeitig exportiert BMW etwa die Hälfte seiner in Spartanburg produzierten Autos und ist damit wertmäßig der größte Exporteur in die Vereinigten Staaten – sogar vor den US-Konzernen Ford und General Motors zusammen.

Innovationen und Technologieoffenheit

Während des Rundgangs durch das Werk wurden Söder verschiedene technologische Neuerungen präsentiert. Dazu gehört der "Factory Viewer", eine 3D-Visualisierungstechnologie, die es ermöglicht, BMW-Werke aus der Ferne millimetergenau zu vermessen und so die Planungsqualität zu steigern. Eine weitere Innovation ist eine verbesserte Technik zur Verdichtung von Türen, die das Eindringen von Staub, Hitze, Wind und Lärm verhindern soll.

Söder betonte die Bedeutung von Technologie und Innovation für die Wettbewerbsfähigkeit: "Mit Ländern wie China zu konkurrieren, geht nur mit Technologie und Innovation und nicht mit Ideologie." Er warnte ausdrücklich vor einem starren Festhalten am Verbrennerverbot, das er als "größtes industriepolitisches Eigentor der europäischen Geschichte" bezeichnete.

Verflechtung zwischen Bayern und dem US-Werk

Der Ministerpräsident unterstrich die enge Verbindung zwischen dem Erfolg des US-Werks und der bayerischen Wirtschaft: "Wir wissen, dass die Standorte hier und zu Hause eng zusammenhängen. Und dass die Möglichkeit, auch zu Hause zu investieren, mit solchen Werken zu tun hat." Investitionen wie der Umbau des Münchner Stammwerks oder der Aufbau einer Batteriefabrik in Straßkirchen in Niederbayern werden laut Söder durch den Erfolg von Werken wie Spartanburg erst ermöglicht.

Sein Fazit: "Geht's BMW gut, geht's auch Bayern gut."

Zollproblematik bleibt Herausforderung

Trotz der Vorteile des US-Standorts sieht Söder weiterhin Risiken durch die aktuelle Zollpolitik. "Der ganze Maschinenbau hängt an der Zollsituation", erklärte er und verwies auf die komplexe Berechnung von Zöllen, bei der der jeweilige Anteil von zollpflichtigem Stahl ermittelt werden muss. Dies betrifft insbesondere die Zuliefererindustrie.

Milan Nedeljković, der künftige BMW-Chef, ergänzte: "Wir setzen uns daher auch für einen freien Handel ein, weil sowohl die Supply-Chains als auch die Märkte für uns global ausgerichtet sind."

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Appell an die Bundesregierung

Abschließend richtete Söder einen Appell an die deutsche Bundesregierung: "Die Autoindustrie eingehen zu lassen, kann sich Deutschland nicht leisten. Zu wichtig sei die Branche für die Wirtschaft." Sein Wunsch für die Zukunft: "Nächstes Ziel wäre, dass der Bundeskanzler bei seiner nächsten Reise nicht nur in Washington ist, sondern auch hierherkommt."

Der Besuch im BMW-Werk Spartanburg unterstreicht die globale Verflechtung der bayerischen Automobilindustrie und die strategische Bedeutung internationaler Standorte für den wirtschaftlichen Erfolg der Heimatregion.