Skoda fährt Volkswagen davon: Tschechischer Autobauer erzielt Rekordgewinn trotz Konzernkrise
Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda präsentiert sich als strahlender Lichtblick im angeschlagenen VW-Konzern. Während der Mutterkonzern mit massiven Gewinneinbrüchen kämpft, steigerte Skoda seinen operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2025 um beachtliche 8,6 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Der Umsatz überschritt erstmals die symbolträchtige 30-Milliarden-Euro-Marke und legte um 8,3 Prozent zu. Diese beeindruckenden Zahlen teilte das Unternehmen mit Hauptsitz in Mlada Boleslav mit.
Erfolgsrezept: Effizienz, Motivation und Kundenfokus
Skoda-Vorstandsvorsitzender Klaus Zellmer zeigte sich in Prag überaus zufrieden: „Wir haben die Erwartungen übertroffen“, erklärte der 58-jährige Manager. Als Gründe für den anhaltenden Erfolg nannte er ein extrem effizientes Geschäftsmodell sowie hochmotivierte Mitarbeiter. Entscheidend sei jedoch die konsequente Kundenorientierung: „Wir entwickeln, produzieren und verkaufen genau das, was der Kunde möchte – unabhängig von der Antriebsart.“ Diese Flexibilität soll laut Zellmer auch künftig erhalten bleiben.
Geostrategische Neuausrichtung: Indien als neues Wachstumszentrum
Während andere Volkswagen-Marken wie Porsche unter US-Importzöllen leiden, bleibt Skoda davon aufgrund seiner Abwesenheit auf dem nordamerikanischen Markt verschont. Allerdings hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren bedeutende strategische Weichenstellungen vorgenommen: den Rückzug aus Russland und die schrittweise Reduzierung des Engagements in China. „Für uns wird Indien das neue Wachstumszentrum“, verkündete Zellmer die geopolitische Neuorientierung des tschechischen Autobauers.
Produktstrategie: Nachfolger für Karoq kommt mit Hybrid-Option
Trotz des gestiegenen Anteils von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden auf über 25 Prozent setzt Skoda weiterhin auf Verbrennungsmotoren. Das Unternehmen hat beschlossen, einen Nachfolger für den erfolgreichen Kompakt-SUV Karoq in Tschechien zu produzieren. Das neue Modell soll in etwa zwei Jahren mit konventionellem Antrieb und als Hybrid-Variante auf den Markt kommen. „Das ist unsere Reaktion auf die Verlangsamung der Transformation hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen“, erläuterte Zellmer die strategische Entscheidung.
Effizienzprogramm und geopolitische Risiken
Ähnlich wie der Volkswagen-Gesamtkonzern, der bis 2030 etwa 50.000 Stellen in Deutschland abbauen will, hat auch Skoda ein umfassendes Effizienzprogramm gestartet. Bis 2028 sollen 15 Prozent der Stellen in nicht-produktionsnahen Bereichen eingespart werden. Gleichzeitig plant das Unternehmen die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern wie der Künstlichen Intelligenz. Als große Unwägbarkeit bleibt das geopolitische Risiko durch den Iran-Krieg und die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Mit dem angekündigten Elektro-SUV Skoda Epiq, der das untere Preissegment bedienen soll, zeigt das Unternehmen gleichzeitig seine Entschlossenheit, auch im Elektromobilitätsmarkt Fuß zu fassen. Die Kombination aus traditioneller Stärke und zukunftsorientierter Strategie scheint Skoda auf einen stabilen Wachstumskurs zu bringen – ganz im Gegensatz zu den aktuellen Turbulenzen im Volkswagen-Konzern.



