Die Gunst der Stunde zumindest teilweise genutzt: Der VfL Wolfsburg hat nach monatelanger Talfahrt wieder Grund zur Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die Niedersachsen erkämpften sich am drittletzten Spieltag ein 1:1 (0:0) beim SC Freiburg und verpassten dabei nur knapp einen Sieg. Durch das Remis kletterte der VfL nach acht Spielen ohne Sieg als Vorletzter am FC St. Pauli vorbei auf den Relegationsplatz – punktgleich mit dem letzten Saisongegner aus Hamburg.
Spielverlauf: Koulierakis bringt Wolfsburg in Führung
Konstantinos Koulierakis (55.) traf per Kopf für die Wolfsburger, nachdem eine Ecke von Christian Eriksen für Gefahr gesorgt hatte. Die Freiburger, die unter den Strapazen des Europapokals litten, kamen erst nach dem Rückstand besser ins Spiel. Der eingewechselte Philipp Lienhart (75.) erzielte ebenfalls per Kopf den Ausgleich für den SC.
Freiburgs Europacup-Hoffnungen bleiben intakt
Trotz des Rückschlags im Kampf um die Europacup-Teilnahme liegt der SC Freiburg weiter auf Rang sieben, einen Punkt vor Eintracht Frankfurt. Am Donnerstag möchte der Club zum ersten Mal in der Klubgeschichte ins Finale der Europa League einziehen. Dazu muss das Team im Halbfinal-Rückspiel gegen Sporting Braga einen 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen.
VfL-Trainer Dieter Hecking, der sein 450. Bundesliga-Spiel als Coach absolvierte, zeigte sich vor der Partie respektvoll: „Freiburg hat eine erstklassige Mannschaft. Da kommt schon Qualität auf uns zu. Wir müssen selber etwas für das Spiel tun.“ Er betonte die Bedeutung des Jubiläums: „Das ist nicht nur eine Zahl, da bin ich schon stolz darauf. Es spricht schon für einen, dass man viele Dinge richtig gemacht hat in der Karriere.“
Erste Halbzeit: Wenig Höhepunkte
Die Wolfsburger, die bis zum Saisonende auf ihren verletzten Kapitän Maximilian Arnold verzichten müssen, waren bereits in der 9. Minute der Führung nahe, als Spielführer-Vertreter Christian Eriksen den Pfosten traf. Sechs Minuten später hatte Dzenan Pejcinovic eine gute Chance. Danach flachte die Partie ab. Die Freiburger, die ohne Patrick Osterhage und Max Rosenfelder auskommen mussten, wirkten müde von den Europacup-Strapazen. Auch von den Gästen kam wenig, sodass sich bis zur Pause eine langweilige Partie entwickelte.
Zweite Halbzeit: Wolfsburg aktiver, Freiburg wacht auf
Zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Wolfsburger wieder aktiver. Das Team von Dieter Hecking setzte auf frühe Ballgewinne, und die Freiburger Defensive wirkte nicht immer sattelfest. In der 51. Minute scheiterte VfL-Angreifer Adam Daghim an Torwart Noah Atubolu. Die Führung lag in der Luft, und nach einer knappen Stunde war es soweit: Nach einer Eriksen-Ecke köpfte Koulierakis zur Führung ein. Erst nach dem Rückstand wachten die Freiburger auf und erhöhten die Schlagzahl. Gefährlicher blieben zwar die Wölfe, doch der eingewechselte Österreicher Lienhart erzielte per Kopf den Ausgleich.
Der VfL Wolfsburg trifft im nächsten Spiel auf Meister Bayern München, während der SC Freiburg seine Chancen auf den Europacup weiter wahren möchte.



