VW-Dieselaffäre: Dritter großer Prozess in Braunschweig gestartet
Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Auffliegen des Dieselskandals bei Volkswagen ist die juristische Aufarbeitung noch lange nicht abgeschlossen. Am Landgericht Braunschweig hat nun der dritte große Betrugsprozess gegen fünf Angeklagte begonnen. Die Staatsanwaltschaft trug in einer knapp zweistündigen Anklageverlesung ihre Vorwürfe detailliert vor – ein Vorgang, der allein durch die Fülle der Anschuldigungen mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird.
Anklagepunkte und mögliche Strafen
Den Angeklagten, darunter ehemalige VW-Mitarbeiter und ein Zulieferer, wird Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug vorgeworfen. Ihnen drohen bei einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen. Die Vorwürfe konzentrieren sich erneut auf die berüchtigte Abschaltsoftware, mit der Millionen Fahrzeuge von Volkswagen-Marken auf Prüfständen manipulierte Abgaswerte anzeigten, die im realen Betrieb nicht erreicht wurden.
Für die betrogenen Käufer entstand dadurch ein Milliardenschaden, der bis heute nachwirkt. Die Angeklagten sollen zwischen November 2006 und September 2015 in unterschiedlichen Zeiträumen aktiv an der Entwicklung dieser Software mitgewirkt oder deren Entstehung anderweitig unterstützt haben.
Motivation und Hintergründe des Skandals
Laut Anklage verfolgten die Beschuldigten das Ziel, dem Volkswagen-Konzern möglichst hohe Gewinne zu verschaffen, von denen sie selbst über Gehalts- und Bonuszahlungen profitieren wollten. Es gilt jedoch die Unschuldsvermutung, bis das Gericht ein rechtskräftiges Urteil gefällt hat.
Die Verfahrensnummer lautet 14 KLs 411 Js 13746/21 (33/21). Dieser Prozess unterstreicht, wie langwierig und komplex die Aufarbeitung des VW-Dieselskandals ist, der 2015 erstmals öffentlich bekannt wurde und seitdem Gerichte auf mehreren Ebenen beschäftigt.



