Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an: Experten warnen vor Wirtschaftsschock
Nach dem Scheitern der Gespräche mit dem Iran in Islamabad hat US-Präsident Donald Trump (79) eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Er kündigte eine Gegenblockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch die US-Marine an. Trump erklärte gegenüber Fox News, die Blockade werde nach dem Prinzip „alles oder nichts“ erfolgen, wobei kein Schiff passieren dürfe, bis der Iran nachgibt. Der US-Präsident betonte, die USA würden dabei von Nato-Partnern unterstützt.
Experten sehen Gefahr für Weltwirtschaft
Sicherheitsexperte Peter Neumann vom King's College London äußerte sich besorgt: „Es wird der Weltwirtschaft eher zusätzlichen Schaden zufügen, ohne das Problem zu lösen.“ Die Ankündigung löste bereits am Montag heftige Reaktionen an den Finanzmärkten aus und trieb den Ölpreis über die 100-Dollar-Marke.
Börsen und Finanzmärkte unter Druck
Finanzanalyst Christian W. Röhl, Chefökonom von Scalable Capital, warnt: „Die gegenseitigen Drohungen werden weitergehen und an den Finanzmärkten – vor allem an den Rohstoffbörsen – für erhebliche Ausschläge in beide Richtungen sorgen.“ Er sieht zwar keinen „schwarzen Montag“, aber eine „Nebelwand“ voraus. Ulrich Kater, Deka-Chefvolkswirt, ergänzt: „Die Märkte stellen sich mehr und mehr auf eine längere Zeit der Ungewissheit am Persischen Golf ein.“
Die konkreten Auswirkungen zeigten sich sofort:
- Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar je Barrel
- US-Leichtöl WTI stieg um 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar
- Der Nikkei-Index in Tokio verlor zur Öffnung um 0,6 Prozent
Energiepreise steigen deutlich
Prof. Andreas Löschel, Energie-Ökonom an der Universität Bochum, bestätigt: „Die Hoffnungen auf eine bevorstehende Entspannung auf dem Ölmarkt haben sich nicht bestätigt.“ Mit Blick auf die US-Blockade warnt er: „Die Ölpreise dürften entsprechend wieder nach oben gehen.“ Ulrich Kater sieht ein klares Risiko: „Solange die Straße von Hormus geschlossen ist, bleibt es bei Ölpreisen über 100 US-Dollar je Fass.“
Komplexe Marktreaktionen erwartet
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Bank, erklärt die besondere Situation: „Für die Börsen bedeutet das nichts Gutes, denn faktisch gehen wir damit zum Stand von kurz nach Ostern zurück.“ Er erwartet, dass die Ölpreise weiter steigen werden, „Richtung des Niveaus von nach Ostern“, und dass die Börsen etwas nachgeben werden. Ein Börsenbeben erwartet er jedoch nicht.
Die traditionelle Marktreaktion in Krisenzeiten – Aktien runter, Anleihezinsen runter und Gold rauf – „gab es in den letzten Wochen schon nicht mehr und wird es wohl auch morgen nicht geben“, so Brzeski. Stattdessen beobachtet man aktuell:
- Aktien leicht im Minus
- Anleihezinsen wegen Inflationsängsten steigend
- Gold tendenziell fallend, da Notenbanken und Staaten aus dem Nahen Osten Gold verkaufen
Gold verliert an Strahlkraft
Kapitalmarkt-Experte Robert Halver von der Baader Bank dämpft die Erwartungen an einen klassischen „Flucht in Gold“-Effekt: „Aktienverluste müssen oft durch Goldverkäufe gedeckt werden.“ Ulrich Kater ergänzt: „Gold ist dabei nicht unbedingt der Gewinner.“ Grund sei, dass einige Notenbanken Gold verkaufen könnten, um ihre Währungen zu stützen.
Die Straße von Hormus bleibt damit im Fokus der Weltwirtschaft. Während die US-Marine ihre Blockade vorbereitet, bereiten sich Märkte und Experten auf eine längere Phase der Unsicherheit und volatilen Preisentwicklungen vor.



