Chemie- und Raffineriepakt für Ostdeutschland: Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften vereinbaren Maßnahmen zur Stabilisierung
Chemiepakt für Ostdeutschland: Maßnahmen zur Stabilisierung vereinbart

Chemie- und Raffineriepakt soll angeschlagene Industrie in Ostdeutschland stärken

In Magdeburg haben Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften einen gemeinsamen Chemie- und Raffineriepakt unterzeichnet, um die unter Druck stehende Chemieindustrie in Ostdeutschland zu stabilisieren. Die Vereinbarung zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und industrielle Wertschöpfungsketten zu erhalten.

Zentrale Forderungen an die Bundesregierung

Die Unterzeichner fordern von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen, um die angeschlagene Branche zu unterstützen. Zu den wichtigsten Punkten gehören wettbewerbsfähige Energiepreise, beschleunigte Genehmigungsverfahren und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU) betonte bei der Unterzeichnung: „Auf Bundesebene muss jetzt gehandelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Chemieindustrie zu sichern, um Investitionen und Innovationen zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu erhalten.“

Unterzeichner und ihre Positionen

Zu den Unterzeichnern des Pakts zählen neben Minister Richter:

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  • Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände
  • Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der Industriegewerkschaft IGBCE Nordost
  • Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie

Schmidt-Kesseler hob die fundamentale Bedeutung der Branche hervor: „Die chemisch-pharmazeutische Industrie und die Raffineriebranche sind von grundlegender Bedeutung für industrielle Wertschöpfung, Wohlstand und wirtschaftliche Resilienz in unserem Land.“ Gleichzeitig warnte sie vor den Konsequenzen einer weiteren Krise, die tausende gut bezahlte Industriearbeitsplätze und ganze Wertschöpfungsketten in Sachsen-Anhalt gefährden könnte.

Branche unter massivem Druck

Die Chemieindustrie in Ostdeutschland steht seit Jahren vor erheblichen Herausforderungen. Obwohl in der Branche laut offiziellen Zahlen rund 63.000 Menschen beschäftigt sind und ein Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Euro erwirtschaftet wird, gehen sowohl Produktion als auch Umsätze kontinuierlich zurück. Viele Unternehmen verzeichnen Verluste, was die Dringlichkeit der vereinbarten Maßnahmen unterstreicht.

Zusätzliche Belastungen durch globale Krisen

Die ohnehin angespannte Situation wird durch aktuelle geopolitischen Entwicklungen weiter verschärft. Insbesondere die Lage im Nahen Osten und gestörte Lieferketten treiben die Kosten für Energie und Rohstoffe in die Höhe und verursachen Verzögerungen bei wichtigen Vorprodukten. Diese zusätzlichen Belastungen setzen die bereits geschwächte Branche unter weiteren Druck.

Vorgeschichte und Warnungen

Bereits im Dezember hatten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften bei einem Chemiegipfel im sächsischen Böhlen vor einem weiteren Niedergang der Branche gewarnt. Der nun unterzeichnete Pakt stellt eine konkrete Reaktion auf diese Warnungen dar und soll als gemeinsame Initiative von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften gegensteuern.

Die Vereinbarung markiert einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung einer Schlüsselindustrie in Ostdeutschland, deren Zukunft für den gesamten Wirtschaftsstandort von entscheidender Bedeutung ist.

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