Chemiepakt für Ostdeutschland: Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften vereinbaren Rettungsplan
Chemiepakt für Ostdeutschland: Rettungsplan vereinbart

Chemieindustrie in der Krise: Dreigliedriger Pakt soll Ostdeutschland stabilisieren

Die Chemieindustrie in Ostdeutschland befindet sich in einer tiefgreifenden Krise. Nun haben sich Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften auf einen gemeinsamen Rettungsplan geeinigt, um die angeschlagene Branche zu stabilisieren und ihre Zukunft zu sichern.

Unterzeichnung des Chemie- und Raffineriepakts in Magdeburg

In einer symbolträchtigen Zeremonie in Magdeburg unterzeichneten Vertreter aus allen drei Bereichen den sogenannten Chemie- und Raffineriepakt. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU) betonte die Dringlichkeit der Situation: „Auf Bundesebene muss jetzt gehandelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Chemieindustrie zu sichern, um Investitionen und Innovationen zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu erhalten.“

Zu den Unterzeichnern gehören neben Minister Richter:

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  • Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände
  • Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der Industriegewerkschaft IGBCE Nordost
  • Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie

Zentrale Forderungen des Pakts

Der Pakt formuliert klare politische Forderungen, die umgesetzt werden müssen, um die Branche zu retten:

  1. Wettbewerbsfähige Energiepreise: Die hohen Energiekosten stellen eine existenzielle Bedrohung für viele Unternehmen dar.
  2. Beschleunigte Genehmigungsverfahren: Bürokratische Hürden müssen abgebaut werden, um Investitionen zu ermöglichen.
  3. Verlässliche Rahmenbedingungen: Planungssicherheit ist essenziell für langfristige Unternehmensstrategien.

Branche unter massivem Druck

Die Chemieindustrie in Ostdeutschland steht seit Jahren unter erheblichem Druck. Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung – mit rund 63.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro – verzeichnen viele Unternehmen rückläufige Produktion, sinkende Umsätze und Verluste.

Nora Schmidt-Kesseler warnte eindringlich vor den Konsequenzen: „Die chemisch-pharmazeutische Industrie und die Raffineriebranche sind von grundlegender Bedeutung für industrielle Wertschöpfung, Wohlstand und wirtschaftliche Resilienz in unserem Land.“ Sie betonte, dass tausende gut bezahlte Industriearbeitsplätze und ganze Wertschöpfungsketten in Sachsen-Anhalt auf dem Spiel stehen.

Globale Krisen verschärfen die Situation

Zusätzlich zu den strukturellen Problemen belasten globale Entwicklungen die Branche:

  • Geopolitische Spannungen im Nahen Osten treiben die Rohstoffkosten in die Höhe
  • Gestörte Lieferketten verursachen Verzögerungen bei wichtigen Vorprodukten
  • Energiekosten steigen kontinuierlich und machen Produktion unrentabel

Bereits im Dezember hatten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften bei einem Chemiegipfel im sächsischen Böhlen vor einem weiteren Niedergang der Branche gewarnt. Der nun vereinbarte Pakt stellt einen konzertierten Versuch dar, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die industrielle Basis Ostdeutschlands zu erhalten.

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