Waffenruhe im Irankrieg lässt europäische Erdgaspreise deutlich einbrechen
Erdgaspreise fallen nach Waffenruhe im Irankrieg

Erdgaspreise stürzen nach vereinbarter Waffenruhe im Irankrieg ab

Der Preis für europäisches Erdgas ist nach einer vereinbarten Waffenruhe im Irankrieg deutlich gefallen. Die maßgeblichen Future-Kontrakte verzeichneten am Mittwoch einen Rückgang von bis zu 20 Prozent, was den größten Tagesverlust seit über zwei Jahren darstellt. An der Börse in Amsterdam sank die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zuletzt um 17 Prozent auf 44,13 Euro je Megawattstunde.

Höchststände und plötzlicher Einbruch

Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen Iran vor mehr als fünf Wochen war der Gaspreis auf bis zu 74 Euro je Megawattstunde geklettert. Die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus – durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases transportiert wird – hatte die Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben. Mit der jetzt vereinbarten Waffenruhe gaben auch die Ölpreise deutlich nach, an den Tankstellen dürfte sich die Entwicklung mit Verzögerung nachzeichnen.

Iran und die USA einigten sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße. Teheran erklärte, eine sichere Passage durch Hormus sei durch Koordination mit den Streitkräften des Landes möglich, Details des Abkommens wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

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Marktreaktionen und Expertenstimmen

»An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt«, schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Die Märkte reagierten unmittelbar auf die Nachricht von der vereinbarten Feuerpause zwischen den Konfliktparteien.

Grundsätzlich habe sich bisher jedoch wenig geändert, erklärte hingegen Tom Marzec-Manser, Europa-Direktor für Gas und Flüssiggas beim Beratungsunternehmen Wood Mackenzie. »Abgesehen von den im Golf festsitzenden, beladenen LNG-Tankern – die möglicherweise immer noch Schwierigkeiten haben werden, abzufahren, wenn die Straße nicht wirklich geöffnet ist – ist die Wiederinbetriebnahme von Katars Ras Laffan das Entscheidende«, sagte er.

Marzec-Manser bezieht sich dabei auf den weltgrößten LNG-Hub, der in den letzten Wochen durch Angriffe beschädigt wurde. Der Markt dürfte nun genau beobachten, welche Schiffe die Durchfahrt durch die Straße von Hormus wagen und wie sie sich dabei schlagen.

Unsicherheiten bleiben bestehen

Anfang dieser Woche brachen zwei katarische LNG-Tanker ihre Versuche ab, die Wasserstraße zu passieren, nachdem sie keine Genehmigung von iranischen Beamten erhalten hatten. Diese Vorfälle zeigen, dass trotz der vereinbarten Waffenruhe praktische Hindernisse bei der Wiederaufnahme des vollen Schiffsverkehrs bestehen können.

Die Entwicklung der Erdgaspreise bleibt weiterhin von der konkreten Umsetzung der Waffenruhe und der tatsächlichen Öffnung der Straße von Hormus abhängig. Marktbeobachter erwarten volatile Handelsbedingungen, bis sich die Lage vollständig stabilisiert hat und der reguläre Transport von Energierohstoffen wieder uneingeschränkt möglich ist.

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