EU plant europaweite Einführung von Billig-Kraftstoff E20
EU plant europaweite Einführung von Billig-Kraftstoff E20

Brüssel – Im Kampf gegen die explodierenden Spritpreise zeichnet sich ein echter Hoffnungsschimmer ab: Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen prüft nach Informationen der BILD die Einführung von E20-Kraftstoff. Dieser Kraftstoff weist einen Bioethanol-Anteil von 20 Prozent auf. Voraussetzung für die Markteinführung ist eine Anpassung der EU-Kraftstoffqualitätsrichtlinie („Fuel Quality Directive“). Nun gibt es Bewegung: Drei EU-Abgeordnete der CDU, die in den Bereichen Energie, Klima und Verkehr als Experten gelten, haben Post von Kommissionschefin Ursula von der Leyen erhalten. Das Schreiben liegt BILD exklusiv vor. Von der Leyen schreibt den Abgeordneten Peter Liese, Jens Gieseke (54) und Norbert Lins (48), die sich seit Längerem für E20 einsetzen, dass Biokraftstoffe „Billigmacher beim Sprit“ seien.

Ein Erfolg auf ganzer Linie

Bislang gibt es den Öko-Sprit nur an wenigen Tankstellen in Deutschland. Jetzt könnte der Billig-Kraftstoff europaweit eingeführt werden. In der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) wird das als Durchbruch gefeiert. Klimapolitiker Peter Liese sagte zu BILD: „Biokraftstoffe sind der Billigmacher beim Sprit. Dies passiert sofort und ohne neue Infrastruktur. Das ist ein konkreter Klimaschutzbeitrag, der Millionen von Europäerinnen und Europäern direkt betrifft.“

Schnelle Umsetzung geplant

Diesmal soll es schnell gehen: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (67, CDU) will den Vorschlag aus der EVP-Fraktion von Manfred Weber (53, CSU) mit Priorität prüfen. Jens Gieseke (CDU), verkehrspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, erklärte: „Nachhaltige Biokraftstoffe sind ein unverzichtbares Instrument, um den Verkehrssektor schnell und sozialverträglich zu dekarbonisieren. Für die Automobilindustrie und die Verbraucher ist E20 eine Lösung, die heute schon funktioniert. Hersteller wie BMW, VW und Mercedes haben E20 für neuere Motoren freigegeben.“

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Landwirtschaft profitiert

Norbert Lins (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, betonte: „Heimisches Bioethanol schafft Wertschöpfung auf dem Land und stärkt die Versorgungssicherheit Europas.“

Rapsöl als Alternative zu Diesel?

Hintergrund der Debatte ist die Energiekrise, die auf vielen Ebenen Diskussionen über eine bessere Nutzung von Biokraftstoffen ausgelöst hat. Insbesondere Rapsöl rückt als alternativer und heimischer Kraftstoff in den Fokus. Laut Fachleuten, die die FAZ zitiert, kommt Rapsölkraftstoff qualitativ nah an Diesel heran. Rapsöl habe zwar einen etwas geringeren Energiegehalt je Liter als Diesel, gilt aber aufgrund seiner höheren Dichte als nahezu gleichwertig. Zudem könnten Dieselmotoren prinzipiell auch Pflanzenöl verbrennen.

Die Einführung von E20 könnte somit nicht nur die Spritpreise senken, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ohne dass neue Infrastruktur erforderlich ist. Die EU-Kommission prüft nun die notwendigen Schritte, um den Kraftstoff europaweit verfügbar zu machen.

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