Krieg am Golf beschert Shell Gewinnsprung auf 6,9 Milliarden Dollar
Krieg am Golf: Shell-Gewinn auf 6,9 Mrd. Dollar gestiegen

Der britische Ölkonzern Shell hat vom Krieg im Nahen Osten deutlich profitiert. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der um Sonderposten bereinigte Gewinn im ersten Quartal 2026 auf 6,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 5,9 Milliarden Euro). Dies entspricht mehr als einer Verdopplung im Vergleich zum Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis gerechnet.

Raffinerien und Förderung als Gewinntreiber

Besonders die Raffineriesparte und die Förderung konnten ihre Gewinnbeiträge erheblich steigern. Grund dafür sind die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise infolge des Irankriegs. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent hat sich seit Beginn des Konflikts mehr als verdoppelt und liegt weiterhin bei über 100 Dollar. Der Transport von Öl durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist stark eingeschränkt, viele Produktionsanlagen am Golf wurden beschädigt.

Aktienrückkauf wird gedrosselt

Trotz des Gewinnsprungs tritt Shell beim Aktienrückkauf im laufenden Quartal etwas kürzer. Das Unternehmen kündigte an, das Tempo der Rückkäufe zu reduzieren, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Dies könnte auf eine vorsichtige Finanzpolitik hindeuten, angesichts der anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Auswirkungen auf Deutschland und Europa

Die hohen Ölpreise belasten auch die deutsche Wirtschaft. Berechnungen des Ifo-Instituts zeigen, dass die Kosten für Energie und Rohstoffe deutlich gestiegen sind. Experten warnen vor einer möglichen Energienotlage in Deutschland, ähnlich wie nach dem Ukrainekrieg. Die Bundesregierung stehe in der Kritik, nicht ausreichend auf die Krise zu reagieren. Betroffen sind nicht nur Benzin und Diesel, sondern auch Gas, Kerosin, Düngemittel und Einweghandschuhe. Die Industrie schlägt Alarm, während Kanzler und Wirtschaftsministerin bislang keine konkreten Maßnahmen ergriffen haben.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration