Leag kritisiert geplanten Südbonus als Wettbewerbsnachteil für ostdeutsche Gaskraftwerke
Der Energiekonzern Leag warnt vor erheblichen Nachteilen für geplante Gaskraftwerke in Ostdeutschland durch die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung. Sollte der sogenannte Südbonus im künftigen Kraftwerkssicherheitsgesetz festgeschrieben werden, könnten Projekte im netztechnischen Norden im Wettbewerb praktisch chancenlos sein, wie Leag-Chef Adi Roesch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte.
Massive Wettbewerbsverzerrung befürchtet
Roesch betonte: „Sollte der Südbonus im künftigen Kraftwerkssicherheitsgesetz festgeschrieben werden, sind die Projekte für H2-ready Gaskraftwerke im netztechnischen Norden im Wettbewerb praktisch chancenlos.“ Kraftwerke im Süden Deutschlands könnten zusätzlich von Vergütungen für Netzstabilisierungsmaßnahmen profitieren, was nach Ansicht des Leag-Chefs zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung für die Energiestandorte im Osten führen würde.
Bundesregierung plant neue Gaskraftwerke für Dunkelflauten
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, neue steuerbare Kraftwerke zu errichten, insbesondere wasserstofffähige Gaskraftwerke. Diese sollen einspringen, wenn erneuerbare Energien wie Wind und Sonne nicht genügend Strom liefern – beispielsweise während sogenannter Dunkelflauten. Bis zum Jahr 2030 sollen bis zu 25 Gigawatt an neuer Kraftwerksleistung entstehen, wobei bereits 2026 Ausschreibungen für 12 Gigawatt geplant sind.
Leag-Projekte in Ostdeutschland betroffen
Die Leag plant aktuell mehrere Gaskraftwerke in Ostdeutschland:
- Ein neues Gaskraftwerk am Standort Lippendorf südlich von Leipzig mit einer Leistung von bis zu 870 Megawatt, für das seit 2024 eine erste Teilgenehmigung vorliegt.
- Ein ähnliches Projekt am Lausitzer Kraftwerksstandort Schwarze Pumpe, das sich in der Vorbereitungsphase befindet.
Forderungen aus Sachsen und Brandenburg
Nicht nur die Leag, sondern auch die Regierungen der Bundesländer Sachsen und Brandenburg fordern eine stärkere Berücksichtigung ostdeutscher Standorte bei der Kraftwerksplanung. Roesch mahnte in diesem Zusammenhang: „Wir erwarten, dass die Versorgungssicherheit und die Industrieentwicklung bei der Gestaltung des Kraftwerkssicherheitsgesetzes politisch nicht aus den Augen verloren werden.“ Die Debatte um den Südbonus und seine Auswirkungen auf die regionale Energieversorgung bleibt damit ein zentrales Thema in der deutschen Energiepolitik.



