40 Jahre nach Tschernobyl: Minister warnt vor Rückkehr zur Atomkraft
Minister warnt vor Rückkehr zur Atomkraft

Am Sonntag jährt sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. In diesem Zusammenhang hat Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) erneut vor einer Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland gewarnt. Er bezeichnete entsprechende Forderungen als „blanken Populismus“.

Willingmann: Atomkraft ist teuer und riskant

„Wer Atom- und Fusionsreaktoren als Lösung für heutige Fragen der Energieversorgung verkauft, betreibt nichts weiter als blanken Populismus und blendet bewusst wesentliche Faktoren aus“, sagte Willingmann in Magdeburg. Atomkraft sei nicht nur riskant, sondern auch die teuerste Form der Energieerzeugung. Zudem sei der Rückbau der stillgelegten Meiler bereits weit vorangeschritten. „Der Staat hätte auch keine Partner mehr in der Wirtschaft, denn die früheren AKW-Betreiber haben das Thema längst abgeschrieben“, so der Minister.

Die Katastrophe von Tschernobyl

Am 26. April 1986 war im Atomkraftwerk Tschernobyl im Norden der heutigen Ukraine der Reaktor 4 explodiert. Es handelte sich um den schwersten Atomunfall in der Geschichte der zivilen Kernenergienutzung. Radioaktive Wolken breiteten sich bis nach West- und Nordeuropa aus. Mehr als 100.000 Menschen mussten die Sperrzone um das Kraftwerk verlassen. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen infolge der Verstrahlung aus.

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Aktuelle Debatte um Atomkraft in Deutschland

Zuletzt hatte Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) vergangene Woche eine Diskussion über die Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke angeregt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Atomausstieg zwar als Fehler bezeichnet, ihn aber zugleich als irreversibel eingestuft. Atomkraft sei keine Lösung für die gegenwärtigen Energieversorgungsprobleme des Landes. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verwies auf die ungelöste Frage der Endlagerung des Atommülls.

Willingmann betonte, dass die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben müsse, anstatt über eine Rückkehr zur Atomkraft zu debattieren. „Wir müssen jetzt in Wind, Sonne und Speicher investieren, nicht in längst überholte Technologien“, sagte er.

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