Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern erhöht Druck für günstigere Benzinpreise
Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat am Dienstag zwei entschlossene Initiativen zur Senkung der explodierenden Benzinpreise beschlossen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Druck auf die Bundesregierung deutlich zu erhöhen und konkrete Entlastungen für Bürger und Unternehmen zu erreichen.
Zweigleisige Strategie für mehr Durchsetzungskraft
Zum einen wird das brisante Thema am Donnerstag in die Konferenz der ostdeutschen Regierungschefs eingebracht, an der auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche teilnehmen werden. Zum anderen plant Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Bremen einen offiziellen Antrag im Bundesrat, der verbindliche Maßnahmen zur Senkung der Benzinpreise fordert.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte die Dringlichkeit: „Die hohen Benzinpreise treffen Pendler, Handwerksbetriebe und Pflegedienste gleichermaßen hart. Der Staat muss jetzt gegensteuern und für spürbare Entlastungen sorgen.“
Drei konkrete Forderungen im Fokus
Die Initiative konzentriert sich auf drei wesentliche Punkte:
- Direkte Steuersenkungen auf Kraftstoffe
- Maßnahmen zur Abschöpfung von Übergewinnen der Mineralölkonzerne
- Eine deutliche Verschärfung des Kartellrechts, die über bisherige Vorschläge hinausgeht
Schwesig erklärte nach der Kabinettssitzung: „Es muss möglich sein, spekulative Benzinpreiserhöhungen von vornherein zu untersagen. Andernfalls würden die Konzerne die Steuersenkungen einfach einstreichen.“
BSW fordert noch weitergehende Maßnahmen
Sabine Firnhaber, Spitzenkandidatin des BSW zur Landtagswahl, hat noch ambitioniertere Vorstellungen. Sie fordert eine aktive Rolle der Landesregierung bei der Durchsetzung von Steuersenkungen. „Wer die Mehrwertsteuer bei Preisexplosionen nicht reduziert, greift den Bürgern zusätzlich ins Portemonnaie“, so Firnhaber.
Ihr konkreter Vorschlag: Die Landesregierung sollte eine Bundesratsinitiative einbringen, um die Mehrwertsteuer für Heizen und Tanken auf maximal 7 Prozent zu begrenzen und die teure CO2-Abgabe komplett abzuschaffen. Diese Forderungen gehen deutlich über die Pläne des Landeskabinetts hinaus und zeigen die politische Brisanz des Themas.
Die Benzinpreise waren am Mittwochmorgen erneut deutlich gestiegen, wenn auch regional unterschiedlich stark. Diese Entwicklung unterstreicht die Aktualität und Dringlichkeit der beschlossenen Initiativen.



