Koalitionsgespräche: Spahn und SPD verhandeln über Heizungsgesetz-Reform
Die Verhandlungen zwischen Union und SPD über eine umfassende Reform des umstrittenen Heizungsgesetzes werden am Abend fortgesetzt. Dies bestätigte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) vor einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Bundestag. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund statt, dass das ursprüngliche Gesetz der früheren rot-grünen Koalition in der Bevölkerung erhebliche Unsicherheiten ausgelöst hatte.
Vertrauensvolle Gespräche, aber Zeitrahmen offen
Spahn äußerte sich zuversichtlich über den Verlauf der Verhandlungen, betonte jedoch, dass der Zeitpunkt eines möglichen Abschlusses noch ungewiss sei. „Wir sind fertig, wenn wir fertig sind. Es kann schnell gehen. Es kann auch noch ein, zwei, drei Tage länger dauern“, erklärte der Fraktionsvorsitzende. Er hob hervor, dass die Gespräche mit der SPD gut und vertrauensvoll verlaufen. „Das zeigt sich bis hierhin und das wird sich dann auch bis zum Ende ergeben“, fügte Spahn hinzu.
Kanzler Merz nimmt an Fraktionssitzung teil
An der Fraktionssitzung nahm auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teil, kurz bevor er zu einem geplanten Antrittsbesuch nach China aufbrechen sollte. Seine Anwesenheit unterstreicht die politische Bedeutung der Verhandlungen über das Heizungsgesetz, das ein zentrales Element der Klimaschutzpolitik im Gebäudebereich darstellt.
Details der Reform umstritten
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zielt darauf ab, durch einen schrittweisen Austausch von Öl- und Gasheizungen den Klimaschutz in deutschen Gebäuden zu fördern. Bestehende, funktionierende Heizungen können dabei weiter betrieben werden. Eine grundlegende Reform des Gesetzes wurde von Union und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, doch die konkreten Ausgestaltungen sind nach wie vor Gegenstand intensiver Diskussionen.
Insbesondere Paragraf 71 des Gesetzes steht im Fokus der Debatte. Diese Bestimmung sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Die genaue Umsetzung dieser Vorgabe ist einer der kritischen Punkte, über die in den aktuellen Verhandlungen Einigkeit erzielt werden muss.
Die Reformbemühungen spiegeln den Spagat wider, einerseits ambitionierte Klimaziele zu verfolgen und andererseits praktische Umsetzbarkeit sowie Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen. Die Ergebnisse der laufenden Gespräche werden daher mit Spannung erwartet, da sie maßgeblich die zukünftige Energiepolitik im Gebäudesektor prägen könnten.



