Strompreise steigen um 15 Prozent: Iran-Konflikt treibt Energiekosten in die Höhe
Strompreise steigen um 15% durch Iran-Konflikt

Strompreise explodieren: 15 Prozent Aufschlag durch Iran-Konflikt

Der eskalierende Krieg im Iran hat nun direkte Auswirkungen auf die Stromrechnungen deutscher Verbraucher. Laut einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die BILD exklusiv vorliegt, sind die Preise für Neukunden seit Ausbruch des Konflikts um rund 15 Prozent gestiegen. Das aktuelle Preisniveau entspricht damit wieder dem Stand von Oktober 2025.

Gaspreise geben an Strombörse den Takt vor

Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlte im Februar 2026 im günstigsten Tarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie noch etwa 24,2 Cent pro Kilowattstunde. Aktuell liegt der Bundesschnitt bei rund 27,9 Cent. Dieser deutliche Anstieg innerhalb kurzer Zeit ist vor allem auf die gestiegenen Gaspreise seit Anfang März zurückzuführen.

„Obwohl nur etwa 17 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Erdgaskraftwerken stammen, geben diese an der Strombörse häufig den Takt vor“, erklärt Verivox. Das Vergleichsportal berichtet weiter: „Strom, der im April 2026 geliefert wird, ist seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 24 Prozent teurer geworden.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Milliardenzuschuss des Bundes bereits aufgezehrt

Erst im Oktober 2025 hatte die Bundesregierung mit einem Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro zu den Stromnetzen für spürbare Entlastung gesorgt. Die Preise sanken und erreichten wieder das Niveau vor der Energiekrise 2022. Dieser positive Effekt ist jedoch bereits verpufft. Neukunden zahlen heute wieder genau so viel wie zu Beginn des Oktobers 2025.

Verivox-Energieexperte Thorsten Storck erläutert: „Der Preisanstieg betrifft momentan vor allem Neukunden, da hier besonders kurzfristig kalkuliert wird. Bei Bestandskunden sehen wir bisher noch keine Erhöhungen, obwohl diese ohnehin oft höhere Preise zahlen.“ Storck warnt jedoch: „Wenn die internationalen Energiepreise auf dem derzeit hohen Niveau verharren, werden auch Bestandskunden in Deutschland Preiserhöhungen erhalten.“

Was Verbraucher jetzt tun können

Trotz der steigenden Neukundenpreise rät Energieexperte Storck zum Stromanbieterwechsel: „Ein Wechsel kann jetzt richtig sein, denn wenn der Konflikt im Nahen Osten länger andauert, könnten die Preise noch deutlich steigen.“ Viele Anbieter ermöglichen einen Wechsel bis zu zwölf Monate im Voraus. Wer sich jetzt einen günstigen Tarif sichert, ist für die Dauer der Laufzeit vor weiteren Preissteigerungen geschützt.

Die finanziellen Unterschiede sind erheblich:

  • In der Grundversorgung kostet Strom aktuell durchschnittlich etwa 40 Cent pro Kilowattstunde
  • Bei einem Verbrauch von 4000 kWh im Jahr summiert sich das auf 1600 Euro
  • Im günstigsten Angebot mit Preisgarantie liegt der Preis dagegen bei rund 27,9 Cent pro kWh
  • Das entspricht nur 1116 Euro im Jahr – eine Ersparnis von fast 500 Euro

Die Wahl des richtigen Tarifs kann somit erhebliche finanzielle Vorteile bringen, besonders in Zeiten steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration