Templin ringt weiter um Solarfelder: Anträge mit Grünstromspeichern bei Hammelspring und Hindenburg
Templin ringt um Solarfelder mit Grünstromspeichern

Templin ringt weiter um Solarfelder: Anträge mit Grünstromspeichern bei Hammelspring und Hindenburg

Die Debatte um Photovoltaikanlagen auf Ackerland hält die Stadt Templin weiter in Atem. Nach einem Grundsatzbeschluss zum Umgang mit Freiflächensolaranlagen müssen die Stadtverordneten erneut über Anträge eines Projektträgers entscheiden, der im Bereich Hammelspring und Hindenburg drei Solarfelder errichten möchte. Die Firma SUNCATCHER Greenfield GmbH hat am 11. Februar 2026 überarbeitete Anträge auf Einleitung eines Bauleitplanverfahrens eingereicht, nachdem frühere Vorstöße gescheitert waren.

Überarbeitete Planungen mit Grünstromspeichern

Der erste Antrag wurde 2025 von den Stadtverordneten abgelehnt, wobei Kritiker damals die fehlende Speichermöglichkeit für den erzeugten Solarstrom monierten. In der aktuellen Fassung hat der Vorhabenträger die Planungen um Grünstromspeichersysteme ergänzt. Stadtplanerin Franziska Timmler erläuterte in den Fachausschüssen, dass aufgrund dieser Änderung die Eröffnung eines neuen Verfahrens zulässig sei. Die Projektflächen umfassen insgesamt knapp 50 Hektar, die derzeit landwirtschaftlich genutzt werden:

  • 20 Hektar an der Straße zwischen Hammelspring und Storkow
  • 14,6 Hektar zwischen Hammelspring und Etashof
  • 15,3 Hektar an der Bahnlinie zwischen Hindenburg und Werderhof

Kritische Haltung in den Ausschüssen

Die Ausschussmitglieder zeigten sich bei den Beratungen überwiegend skeptisch. Christoph Mehlberg wies darauf hin, dass ein Projekt nicht größer als 20 Hektar sein sollte, wobei eines der Vorhaben direkt an ein Projekt eines anderen Trägers grenzt. Franziska Timmler versicherte, dass zwischen den Anlagen ein Korridor mit einem Weg frei bleiben würde. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde der Aufstellungsbeschluss für das Vorhaben zwischen Hammelspring und Storkow knapp abgelehnt, während die beiden anderen Projekte befürwortet wurden.

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Im Bauausschuss fiel die Kritik noch deutlicher aus. Sibylle Lipski von den Linken äußerte Bedenken, dass die Batteriespeicher zu nah an den Ortschaften stehen könnten und Lärmbelästigungen befürchtet werden müssten. Der Bauausschuss sprach sich insgesamt gegen die Einleitung einer Bauleitplanung für alle drei Projekte aus.

Grundsatzdebatte über Solaranlagen auf Ackerland

Nico Brückmann von der SPD erinnerte daran, dass die Stadtverordneten mit ihrem Grundsatzbeschluss grundsätzliche Offenheit für Freiflächensolaranlagen signalisiert hätten. „Wenn die Stadtverordneten jetzt ein Projekt nach dem anderen ablehnen, dann wird das Wettrennen um die Flächen nie enden“, so Brückmann. Er forderte Klarheit: Wenn Solaranlagen auf Ackerland nicht gewünscht seien, solle man den Grundsatzbeschluss aufheben. Solange dies nicht geschehe, werde er „zähneknirschend zustimmen“.

Bereits im November 2025 hatten die Stadtverordneten einen AfD-Antrag für ein zweijähriges Moratorium zur Aufstellung von Freiflächensolaranlagen abgelehnt. Die aktuelle Entscheidung über die Bauleitplanung steht nun erneut an und verdeutlicht die anhaltende Kontroverse um die Nutzung von Ackerland für erneuerbare Energien in der Uckermark.

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