Spritpreise springen um 12 Uhr deutlich nach oben: Neue Einmal-täglich-Regel zeigt Wirkung
Seit Mittwoch gilt in Deutschland eine neue Regelung für Tankstellen: Sie dürfen die Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, erhöhen. Diese Änderung führte zu einem deutlichen Preissprung zur Mittagszeit, wie Berechnungen des ADAC zeigen.
Preisanstieg innerhalb weniger Minuten
Nach Angaben des ADAC stieg der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 von 2,099 Euro kurz vor 12 Uhr auf 2,147 Euro kurz nach 12 Uhr. Das entspricht einem Anstieg um 4,8 Cent innerhalb weniger Minuten. Beim Diesel erhöhte sich der Preis von 2,301 Euro auf 2,347 Euro, also um 4,6 Cent.
Der ADAC sieht in diesem Anstieg einen Hinweis darauf, dass die Neuregelung ihr Ziel möglicherweise verfehlt. Ein Sprecher erklärte: "Die Vorschrift, dass Mineralölkonzerne die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, senkt das hohe Niveau nicht. Stattdessen führt die geringere Flexibilität offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein steigender Ölpreis vorweggenommen werden." Zudem sei fraglich, inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt werde.
Vergleich mit früheren Tagen
Obwohl die Preise am Mittwoch einen deutlichen Sprung nach oben machten, übertrafen sie nicht die kurzzeitigen Werte der vergangenen Tage. Am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen noch etwas höher. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preise im Laufe des Tages entwickeln, bevor die Tankstellen am Donnerstag um 12 Uhr erneut die Preise anheben dürfen.
Diskussion über weitere Maßnahmen
Nach dem bisherigen Spritpreispaket der Bundesregierung wird über weitere Maßnahmen diskutiert, etwa über staatliche Preisobergrenzen für Benzin und Diesel. Die Ökonomin Monika Schnitzer, Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsweisen, sprach sich im ZDF-»Morgenmagazin« dagegen aus. Sie halte einen solchen gesetzlichen Preisdeckel nicht für sinnvoll.
Schnitzer betonte: "Die Menschen müssen sich überlegen, wo es wirklich wichtig zu fahren ist. Im Jahr 2022, als es schon einmal einen Tankrabatt gab, hat sich gezeigt, dass die Menschen sich zu wenig angepasst haben. Wir brauchen jetzt dieses Signal, die Lage ist ernst. Wir müssen Energie sparen, das gilt beim Tanken und bei Energie insgesamt." Sie plädierte dafür, das Preissignal wirken zu lassen, um die Wirtschaft anzupassen und Deutschland unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen.
Hintergrund und Kritik
Laut einer Studie sind die Überschussgewinne der Mineralölkonzerne in keinem anderen EU-Staat so hoch wie in Deutschland. Dies unterstreicht die Debatte über die Wirksamkeit der neuen Preisregelung. Der ADAC kritisiert, dass die Neuregelung das Preisniveau nicht senkt, sondern möglicherweise zu vorauseilenden Preiserhöhungen führt.
Die Diskussion über Energieeinsparungen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bleibt angesichts der aktuellen Entwicklungen hochaktuell. Weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Spritpreise werden in Politik und Wirtschaft kontrovers diskutiert.



