Thüringer Wirtschaftsverband kritisiert geplante steuerfreie Entlastungsprämie für Arbeitnehmer
Wirtschaftsverband kritisiert geplante Entlastungsprämie

Thüringer Wirtschaftsverband lehnt geplante steuerfreie Entlastungsprämie ab

Der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) positioniert sich deutlich gegen die von der Bundesregierung angekündigte Möglichkeit für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten eine steuerfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro zu zahlen. Diese Maßnahme, die als Reaktion auf die gestiegenen Spritpreise und allgemeine Teuerungen gedacht ist, stößt bei den Thüringer Wirtschaftsvertretern auf massive Skepsis und deutliche Ablehnung.

Keine Nachfrage von Gewerkschaften oder Arbeitgebern

Matthias Kreft, Hauptgeschäftsführer des VWT, betonte in einer aktuellen Stellungnahme, dass weder Gewerkschaften noch Arbeitgeberverbände eine solche steuerfreie, aber von den Unternehmen zu finanzierende Inflationsausgleichsprämie gefordert hätten. „Diese Prämie löst die grundlegenden Probleme nicht“, so Kreft. Stattdessen müssten strukturelle Entlastungen im Steuer- und Sozialversicherungssystem erfolgen, um die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer nachhaltig zu erhöhen und die Lohnnebenkosten für Unternehmen spürbar zu senken.

Belastungsverschiebung zu tarifgebundenen Unternehmen

Besonders kritisch sieht der Wirtschaftsverband die Auswirkungen auf tarifgebundene Arbeitgeber. Die als „Entlastungsprämie 2026“ geplante Maßnahme, die analog zur früheren Inflationsausgleichsprämie konzipiert ist, verlagere die finanzielle Belastung insbesondere auf diese Unternehmen. Kreft warnte davor, dass bei den für 2026 anstehenden Tarifverhandlungen Arbeitgeber nur mit Zustimmung der Gewerkschaften Bruttoentgeltsteigerungen durch die Entlastungsprämie ersetzen oder zumindest dämpfen könnten. „Dies schafft neue Verhandlungsungerechtigkeiten und belastet vor allem mittelständische Betriebe“, kritisierte der Verbandsvertreter.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Forderung nach grundlegenden Reformen

Der VWT fordert stattdessen eine umfassende Entlastung der Arbeit durch:

  • Senkung der Steuerlast auf Arbeitseinkommen
  • Reduzierung der Sozialversicherungsbeiträge
  • Strukturelle Reformen zur Steigerung der Nettoeinkommen
  • Nachhaltige Senkung der Lohnnebenkosten für Unternehmen

Die geplante Einmalzahlung werde, so die Kritik, lediglich Symptome bekämpfen, ohne an den Ursachen der finanziellen Belastungen für Arbeitnehmer und Unternehmen anzusetzen. Ein ähnliches Instrument gab es bereits in der Vergangenheit, was nach Ansicht des Verbands die begrenzte Wirksamkeit solcher Maßnahmen unterstreicht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration