Am Freitag und Samstag ruft die Gewerkschaft Verdi zu bundesweiten Warnstreiks im Groß- und Einzelhandel auf. Grund ist der festgefahrene Tarifstreit. Verbraucher müssen sich in einigen Regionen auf geschlossene Geschäfte und Verzögerungen einstellen.
Welche Läden sind betroffen?
Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Norddeutschland. Streikkundgebungen sind in Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund geplant. Zu den bestreikten Läden gehören unter anderem H&M, Zara, IKEA, Obi, Primark, Rewe, Kaufland und Metro. Auch Lagerstandorte von Penny und Lekkerland sind betroffen. In Hessen wird zudem Douglas bestreikt. Lebensmittel sind weiterhin in anderen Supermärkten und Discountern erhältlich. Die Medikamentenversorgung über Pharma-Großhändler soll gesichert sein.
Auswirkungen auf Kunden
Flächendeckende Schließungen sind nicht zu erwarten, örtlich kann es jedoch zu Verzögerungen kommen. Kaufland teilte mit, dass alle Filialen regulär geöffnet haben und die Warenversorgung sichergestellt ist. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro monatlich. Die Arbeitgeber bieten 3,5 Prozent in zwei Stufen. Verdi-Sprecherin Daniela Milutin betont: „Vor allem Frauen arbeiten im Einzelhandel, oft in Teilzeit. Mit den Preissteigerungen reicht ihr Gehalt oft nicht bis zum Monatsende.“
Hintergrund des Tarifstreits
In Deutschland arbeiten rund 5,2 Millionen Menschen im Handel, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Es sind die ersten Streiks in dieser Tarifrunde, als Reaktion auf das Angebot der Arbeitgeber. Verdi kritisiert dieses als unzureichend.



