Bauwirtschaft erlebt Trendwende mit realem Umsatzwachstum
Nach jahrelanger Flaute und schwierigen Jahren zeigt die Bauwirtschaft in Deutschland wieder deutliche Anzeichen der Erholung. Besonders der Tiefbau profitiert aktuell von öffentlichen Großaufträgen, während der Wohnungsbau allmählich an Fahrt gewinnt. Diese positive Entwicklung spiegelt sich in den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wider.
Auftragseingänge und Umsätze steigen spürbar
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Branche einen preisbereinigten Anstieg der Auftragseingänge um beachtliche 7,5 Prozent. Unter Einbeziehung der Preiserhöhungen erhöhten sich die Bestellungen sogar um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Wohnungsbau startete 2025 von einem sehr niedrigen Niveau und legte mit einem realen Zuwachs von 10,1 Prozent prozentual am stärksten zu.
Im Tiefbau wuchsen die Aufträge preisbereinigt um 6,2 Prozent und erreichten einen neuen Höchststand. Hier spielten insbesondere Großaufträge zur Sanierung von Bahnstrecken sowie weitere Infrastrukturprojekte eine entscheidende Rolle. Die größeren Baubetriebe mit mindestens 20 Beschäftigten setzten im vergangenen Jahr 120,5 Milliarden Euro um, was einer Steigerung von 5,0 Prozent entspricht.
Reales Umsatzwachstum erstmals seit 2020
Erstmals seit dem Jahr 2020 kletterten die preisbereinigten Erlöse in der Jahresfrist wieder um 2,4 Prozent. Diese Ausweitung des Volumens ging jedoch ausschließlich auf den Tiefbau zurück. Im Hochbau ging der reale Jahresumsatz hingegen noch einmal um 0,8 Prozent zurück, was die unterschiedliche Dynamik innerhalb der Branche unterstreicht.
Branche blickt optimistisch in die Zukunft
Für das laufende Jahr erwartet die Bauwirtschaft eine nachhaltige Trendwende. Die Branche profitiert von stabilen Zinsen sowie den geplanten Milliardenausgaben des Bundes für Straßen und Schienen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet damit, dass der Branchenumsatz 2026 um 2,5 Prozent steigen wird. Auch der Wohnungsbau soll sich in den kommenden Monaten weiter beleben.
Die Baubranche war nach einem starken Anstieg der Zinsen und Baukosten infolge des Ukraine-Kriegs in eine tiefe Krise gerutscht. Private Bauherren konnten sich die eigenen vier Wände nicht mehr leisten, während professionelle Investoren ihre Pläne auf Eis legten. Mit dem anhaltenden Wohnungsmangel steigt der Druck auf die Mieten, insbesondere in den Ballungsräumen, was die Dringlichkeit von Neubauprojekten unterstreicht.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet wieder bessere Zeiten am Bau. Das Institut schätzt, dass das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wachsen wird. Diese Prognosen deuten auf eine nachhaltige Erholung der gesamten Branche hin.



