Mietpreise in Bayern: Diese Städte sind noch günstiger als München
Mietpreise in Bayern: Städte günstiger als München

Schlechte Nachrichten für alle, die im Freistaat nach einer bezahlbaren Wohnung suchen: Der Mietmarkt in Bayern kommt nicht zur Ruhe. Die Preise steigen – und das nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch in kleineren Städten unter 100.000 Einwohnern. Das zeigt die aktuelle Auswertung des Online-Portals Immowelt, bei der die Entwicklung der durchschnittlichen Angebotsmieten von Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, drei Zimmer, erster Stock, Baujahr ab 1990) in den letzten vier Jahren untersucht wurde. Bundesweit standen 120 Mittelstädte auf dem Prüfstand, neun davon in Bayern.

So stark steigen die Mieten in Bayern

In Bayern stiegen die Preise um bis zu 15 Prozent. Besonders betroffen sind Kempten (plus 15,1 Prozent), Rosenheim, Landshut und Neu-Ulm (je plus 13,1 Prozent) sowie Bayreuth (plus 12,9 Prozent), Schweinfurt (plus 12,6 Prozent) und Passau (plus 10,8 Prozent). Den höchsten Quadratmeterpreis unter Bayerns Nicht-Großstädten verlangt Rosenheim mit 11,29 Euro. Am günstigsten wohnt, wer in Schweinfurt eine Unterkunft findet: 8,39 Euro pro Quadratmeter. Aschaffenburg liegt mit 10,37 Euro im Mittelfeld, Bamberg kratzt mit 9,92 Euro knapp an der Zehn-Euro-Marke.

Dennoch bleibt Wohnen in diesen Städten deutlich günstiger als in München. In der bayerischen Landeshauptstadt liegt der Durchschnitt bei 21 Euro pro Quadratmeter – teils mehr als das Doppelte. Wer nach Rosenheim (11,29 Euro) oder Landshut (10,87 Euro) ausweicht, spart fast die Hälfte und ist trotzdem in weniger als einer Stunde mit dem Zug in der Innenstadt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bundesweite Entwicklung: Osten günstig, Westen teuer

Bundesweit verläuft die Entwicklung ähnlich. In 97 der 120 untersuchten Städte legten die Mieten um mindestens zehn Prozent zu. Im hessischen Bad Homburg im Frankfurter Speckgürtel steigt der Mietspiegel auf 13,09 Euro pro Quadratmeter. Am unteren Ende liegen ostdeutsche Städte: Im sächsischen Plauen werden gerade einmal 5,83 Euro fällig, Zwickau (6,15 Euro) und Gera (6,18 Euro) liegen knapp darüber.

Die stärksten Anstiege verzeichnete allerdings nicht Bayern, sondern der Westen der Republik. In Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet kletterten die Mieten um 20 Prozent, in Bocholt, Kleve und dem niedersächsischen Nordhorn um jeweils 19,9 Prozent. Alle drei Städte grenzen an die Niederlande – ein Hinweis darauf, dass offenbar auch grenzüberschreitende Pendler aus dem Nachbarland den deutschen Mietmarkt befeuern, heißt es in einer Mitteilung von Immowelt.

Günstige Alternativen im Umland von Metropolen

Auch im Umland anderer Metropolen lohnt der Blick für preissensible Wohnungssuchende: In Brandenburg an der Havel kostet der Quadratmeter mit 8,75 Euro fast 40 Prozent weniger als in Berlin. In Oranienburg, eine halbe Stunde vor Berlin entfernt, sind es noch knapp 20 Prozent weniger. In Hanau wiederum liegt der Preis gut fünf Euro unter dem Niveau des nahen Frankfurts.

Ursachen für den Anstieg

Den ungebremsten Anstieg begründet Immowelt mit den wirtschaftlichen Belastungen seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine, gestiegenen Handwerkerpreisen und einem Anstieg der Verbraucherpreise um rund 15 Prozent im selben Zeitraum. Die Preise für Instandhaltung legten laut Statistischem Bundesamt sogar um 28 Prozent zu – Kosten, die Vermieter gerne an die Mieter weitergeben. „Die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen bei gleichzeitig begrenztem Angebot sorgt in vielen Mittelstädten für spürbare Mietanstiege“, sagt Immowelt-Chef Theo Mseka. Wohnungssuchende im Freistaat müssen sich also auch abseits der Landeshauptstadt auf weiter steigende Mieten einstellen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration