Wohnungsbau in Sachsen-Anhalt: Baugenehmigungen sinken weiterhin deutlich
Der Wohnungsbau in Sachsen-Anhalt verzeichnet auch im Jahr 2025 einen anhaltenden Rückgang. Laut dem Statistischen Landesamt wurden deutlich weniger Bauanträge für Wohngebäude genehmigt als im Vorjahr. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Krise im Bausektor, die durch gestiegene Zinsen und Baukosten verschärft wird.
Statistische Daten zeigen besorgniserregenden Trend
Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen-Anhalt insgesamt 1.805 Bauanträge für Wohngebäude bewilligt, was einem Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht. In diesen genehmigten Vorhaben sollen 2.662 neue Wohnungen entstehen, was einem noch deutlicheren Minus von 14,8 Prozent bei den Wohnungen gleichkommt. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Wohnungsbau weiterhin unter Druck steht.
Baugenehmigungen gelten als wichtiger Frühindikator für die künftige Bautätigkeit. Was nicht genehmigt wird, wird später nicht gebaut. Vor allem in Ballungsräumen verschärft sich die Situation, da bezahlbarer Wohnraum knapp bleibt. Die Bundesregierung versucht mit einem sogenannten Bau-Turbo über schnellere Genehmigungsverfahren gegenzusteuern und den Wohnungsbau anzukurbeln.
Leichter Zuwachs im letzten Quartal bietet wenig Hoffnung
Im letzten Quartal des Jahres 2025 gab es mit 684 Baugenehmigungen einen kleinen Zuwachs im Vergleich zum letzten Quartal des Vorjahres, als es 633 Genehmigungen waren. Dieser leichte Anstieg konnte jedoch die deutlichen Rückgänge zu Jahresanfang nicht ausgleichen. Insgesamt gingen die Anträge für Neubauten im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent zurück, wobei 2.600 Baugenehmigungen erteilt wurden.
Bei den Nichtwohngebäuden, zu denen Fabrikgebäude, Hotels oder Bürogebäude zählen, zeigt sich eine etwas stabilere Entwicklung. Hier wurden in Sachsen-Anhalt insgesamt 795 Vorhaben genehmigt, was als nahezu stabil zum Vorjahr bewertet wird. Dennoch bleibt die Gesamtbilanz im Bausektor negativ.
Hintergrund und Ausblick
Sachsen-Anhalt verfügte im Jahr 2024 über etwa 584.000 Wohngebäude mit mehr als 1,2 Millionen Wohnungen. Trotz staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und der Hoffnung auf eine Trendwende in der Baubranche bleiben die Herausforderungen groß. Die anhaltend hohen Baukosten und Zinsen belasten weiterhin die Planung und Realisierung von Bauprojekten.
Experten betonen, dass ohne eine Entspannung bei den Finanzierungskosten und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren der Abwärtstrend im Wohnungsbau kaum zu stoppen sein wird. Die Politik steht vor der Aufgabe, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Wohnungsnot zu lindern und den Bausektor zu stabilisieren.



