Verkehrsexperte kritisiert ProSieben-Show 'Most Wanted' als grob fahrlässig
Verkehrsexperte: ProSieben-Show 'Most Wanted' grob fahrlässig

Verkehrsexperte bewertet ProSieben-Show 'Most Wanted' als grob fahrlässig

Die ProSieben-Show 'Most Wanted' gerät massiv in die Kritik. In dem VIP-Format fliehen Prominente wie Mirja du Mont, Janine Kunze und Jürgen Milski vor den sogenannten 'Huntern' Joey Kelly, Max Schradin und Otto Bulletproof quer durch Deutschland. Doch nun werden gefährliche Szenen aus der vierten Folge der zweiten Staffel zum Thema. Ein unabhängiger Verkehrssicherheitsexperte bewertet das gezeigte Verhalten als grob fahrlässig und als klaren Verstoß gegen Verkehrsregeln.

Riskante Manöver auf öffentlichen Straßen

In der entsprechenden Episode kam es zu mehreren äußerst bedenklichen Situationen. Aufmerksame Zuschauer dokumentierten in sozialen Medien verschiedene Verstöße:

  • Ein schnelles Wenden des Jäger-Busses mitten auf der Straße über eine durchgezogene Fahrbahnmarkierung
  • Aggressives Lichthupen auf der Autobahn, um ein vorausfahrendes Fahrzeug zum Ausweichen zu nötigen
  • Aussteigen der 'Hunter' an einer roten Ampel mitten auf die Fahrbahn
  • Fahrbahnwechsel über mehrere Spuren gleichzeitig auf der Autobahn

Andreas Kämper, Sicherheitsauditor aus Freising, analysierte die Szenen für die AZ: 'Es ist aus meiner Sicht äußerst bedenklich, wenn solches Verhalten einer breiten Öffentlichkeit als Spiel bei nicht abgesperrten Straßen als normal dargelegt wird.' Besonders das Lichthupen bewertet er eindeutig als Nötigung. Solche Manöver kenne er 'sonst nur, wenn die Straßen für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind'.

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ProSieben reagiert erst auf Nachfrage

Die AZ stellte dem Sender sechs konkrete Fragen zur Sicherheitsgewährleistung, zu möglichen Konsequenzen und zur Haftung im Schadensfall. Doch eine detaillierte Stellungnahme blieb aus. Eine Sendersprecherin teilte lediglich mit: 'Most Wanted ist ein Abenteuer-Programm, das von einer besonderen Dynamik und Intensität lebt. Trotzdem erfolgt die Produktion unter klaren Sicherheitsvorgaben.' Wie die Produktion selbst das gezeigte Verhalten einschätzt oder ob es Konsequenzen gibt, wurde nicht beantwortet.

Experte warnt vor gefährlichem Trend

Andreas Kämper zieht ein ernüchterndes Fazit: 'Meine grundsätzliche Meinung ist, dass die Straße immer öfter zum Spielplatz umfunktioniert wird, ohne die möglichen Konsequenzen und die Interessen der primären Nutzer zu berücksichtigen.' Die gezeigten Manöver könnten im realen Straßenverkehr Bußgelder und Punkte in Flensburg nach sich ziehen. Ob ProSieben bei einer möglichen dritten Staffel Konsequenzen zieht, bleibt offen. Spannend inszeniert sei die Show allemal, doch der Sicherheitsexperte mahnt eindringlich zur Verantwortung gegenüber unbeteiligten Verkehrsteilnehmern.

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