Potsdam – Die Bauindustrie in Ostdeutschland schlägt Alarm: Ein ab Mai drohender Lieferstopp von Öl aus Kasachstan an die Raffinerie PCK in Schwedt könnte zu Engpässen bei Bitumen führen. Das Bindemittel, das für Asphalt im Straßenbau unverzichtbar ist, wird aus Rohöl gewonnen.
Versorgungsengpässe befürchtet
„Nach Einschätzung unserer Mitgliedsunternehmen wird es mit großer Wahrscheinlichkeit zumindest kurzfristig zu Versorgungsengpässen bei Bitumen in unserer Region kommen“, erklärte Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost. Jede Störung in der Raffinerie in Schwedt wirke sich unmittelbar auf den Markt aus.
Die Unternehmen in der Bauindustrie klagen ohnehin über einen gestiegenen Preisdruck, der auch eine Folge des Iran-Krieges und der angespannten Situation rund um die Straße von Hormus ist. Der Bitumenpreis stieg laut Verband von Februar auf März um 36,4 Prozent.
Hintergrund des Lieferstopps
Russland wird ab dem 1. Mai nach Angaben der Bundesregierung kein Öl aus Kasachstan mehr durch seine Pipeline Druschba („Freundschaft“) nach Deutschland und zur Raffinerie in den Nordosten Brandenburgs leiten. Der Mehrheitseigner Rosneft Deutschland und der Bund suchen nach Lösungen, um die Auslastung der Anlagen und die Treibstoffproduktion zu sichern.
Im Jahr 2025 hatte die PCK eigenen Angaben zufolge zehn Millionen Tonnen Rohöl am Standort Schwedt verarbeitet. Daraus entstehen nicht nur Treibstoffe, sondern auch Bitumen. Etwa 20 Prozent des verarbeiteten Öls stammt aus Kasachstan.



