Flensburger Werft nach Insolvenz: Erster Neubau als schwimmendes Forschungslabor
Flensburger Werft baut erstes Schiff nach Insolvenz

Neustart in Flensburg: Erster Schiffbau nach Insolvenz der Werft

Gut ein Jahr nach der Insolvenz der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) hat die Werft wieder mit dem Bau eines neuen Schiffes begonnen. Der sogenannte Brennstart markiert den Beginn der Arbeiten an einer 48 Meter langen schwimmenden Technologieplattform, die als Forschungslabor für umweltfreundliche Antriebe dienen soll.

Komplexes Projekt für maritime Forschung

Thorsten Rönner, Werfteigentümer und Gesellschafter der Heinrich Rönner Gruppe, betonte die Bedeutung dieses Schrittes: „Es ist der erste Neubau in Flensburg nach der Übernahme, nach der Insolvenz vor gut einem Jahr.“ Das Projekt sei zwar vergleichsweise klein, aber technisch äußerst anspruchsvoll und komplex.

Die Flensburger Werft arbeitet dabei im Unterauftrag für die Lloyd Werft Bremerhaven, während das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Auftraggeber fungiert. Die schwimmende Plattform soll künftig innovative Antriebstechnologien testen – darunter Wasserstoff- und Batteriesysteme für die maritime Industrie.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ausfallsichere Technologie für die Wissenschaft

Gesa Ziemer, Abteilungsleiterin beim DLR-Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme, erläuterte die besonderen Anforderungen: „Das Schiff muss im Grunde ausfallsicher sein.“ Aus diesem Grund kombiniert die Plattform zwei unabhängige Systeme:

  • Ein dieselelektrisches Basissystem, das den zuverlässigen Betrieb sicherstellt
  • Ein flexibles modulares Forschungssystem für die Integration neuartiger Energiekomponenten

Dieser Aufbau ermöglicht es Wissenschaftlern, innovative Kraftstoffe und Antriebskomponenten unter realen Betriebsbedingungen zu testen, wobei die Versuchskomponenten zeitweise das Hauptsystem ersetzen können.

Optimistische Perspektiven für die Werft

Edzard Brünner, Projektverantwortlicher bei der Lloyd Werft, gab bekannt, dass die Auslieferung des Forschungsschiffes für Oktober 2027 geplant ist. Nach der Fertigstellung wird die Plattform in Kiel stationiert sein. Beide Werften gehören zur Heinrich Rönner Gruppe, die die insolvente FSG Ende Januar 2025 übernommen hatte.

Thorsten Rönner zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft der Werft: „Wir sind zuversichtlich, dieses Jahr Marineschiffe zumindest mitzubauen. Alles Weitere wird die Zeit ergeben.“ Der Werfteigentümer bestätigte zudem, dass bereits Gespräche mit mehreren Kunden über weitere Neubauten laufen.

„Wir glauben, im zweiten Jahr auf dieser Werft, den endgültigen Turnaround wieder hinzubekommen“, so Rönner abschließend. Damit signalisiert die Flensburger Werft nach der schwierigen Insolvenzphase einen hoffnungsvollen Neuanfang im deutschen Schiffbau.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration