Weingut Hanke in Jessen fällt Apfelbäume: Abschied von 100-jähriger Familientradition
Weingut Hanke fällt Apfelbäume nach 100 Jahren Tradition

Weingut Hanke in Jessen verabschiedet sich von Apfelbäumen nach 100 Jahren

Im Jessener Weingut Hanke steht eine historische Veränderung an: Auf einer Fläche von einem Hektar werden derzeit Apfelbäume gefällt. Diese Maßnahme bedeutet das Ende einer 100-jährigen Familientradition, die über Generationen hinweg gepflegt wurde. Die Brüder Frank und Ingo Hanke, die das Familienunternehmen gemeinsam führen, haben diese wegweisende Entscheidung nach langer Überlegung getroffen.

Ein schmerzhafter Abschied von jahrhundertealter Tradition

„Die Entscheidung haben wir nicht aus dem Bauch heraus getroffen“, betonen Frank und Ingo Hanke. Es handele sich um einen längeren und nicht einfachen Prozess, der mit emotionalen Herausforderungen verbunden sei. Der Abschied von einer Tradition, die ein ganzes Jahrhundert überdauert hat, sei im Endeffekt sehr schmerzhaft. Beide Brüder haben lange gehofft, die Apfelbäume erhalten zu können, und den Zeitpunkt der Fällung mehrfach verschoben.

Doch irgendwann, so geben sie zu, siegt die Vernunft über das Festhalten an überkommenen Traditionen. „Die vergangenen zwei Jahre sind richtig extrem gewesen“, blickt Frank Hanke zurück. Die wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen hätten eine Fortführung des Apfelanbaus in der bisherigen Form unmöglich gemacht.

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Hintergründe der schwierigen Entscheidung

Die Brüder Hanke stehen derzeit persönlich auf der Plantage und sind mit den Fällarbeiten beschäftigt. Diese direkte Beteiligung unterstreicht die emotionale Bedeutung dieses Schrittes für die Familie. Die Apfelbäume waren nicht nur ein landwirtschaftlicher Betriebszweig, sondern auch ein Stück Familienidentität und regionaler Geschichte.

Die Entscheidung für die Rodung fiel nach intensiver Prüfung aller Alternativen. Wirtschaftliche Faktoren spielten dabei eine zentrale Rolle, aber auch veränderte klimatische Bedingungen und Marktanforderungen trugen zu dieser Entwicklung bei. Die vergangenen beiden Jahre mit ihren extremen Wetterlagen haben die Situation zusätzlich verschärft.

Zukunftspläne des Weinguts Hanke

Nach der Rodung der Apfelbäume stellt sich die Frage nach der künftigen Nutzung der Fläche. Das Weingut Hanke plant bereits alternative Bewirtschaftungsformen, die besser an die aktuellen Herausforderungen angepasst sind. Während Details noch nicht vollständig bekannt gegeben wurden, ist klar, dass die Familie weiterhin landwirtschaftlich aktiv bleiben wird.

Die Brüder betonen, dass es ihnen nicht um einen kompletten Rückzug aus der Landwirtschaft geht, sondern um eine notwendige Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Der Familienbetrieb wird auch in Zukunft ein wichtiger Teil der regionalen Wirtschaft in Jessen bleiben, wenn auch in veränderter Form.

Diese Transformation eines traditionsreichen Familienbetriebs spiegelt größere Entwicklungen in der deutschen Landwirtschaft wider, wo viele Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und schwierige Anpassungsentscheidungen treffen müssen.

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