Die Weltbank warnt vor drastischen Auswirkungen steigender Düngerpreise auf die globale Lebensmittelversorgung. Laut einem aktuellen Rohstoffbericht des Instituts könnten die Preise für Düngemittel im laufenden Jahr um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ansteigen. Dies sei die höchste Belastung seit dem Jahr 2022, als der russische Angriffskrieg eine Energiekrise auslöste und weltweit Hungersnöte verschärfte.
Folgen für Bauern und Ernten
Die gestiegenen Kosten für Dünger schmälern die Gewinne der Landwirte und gefährden die Ernteerträge, so die Weltbank. Dies könnte fatale Konsequenzen für die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Nahrungsmitteln haben. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schätzt, dass bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger bedroht sein könnten, falls der Konflikt im Nahen Osten anhält.
Prognose für 2027
Im kommenden Jahr könnte sich der Preisanstieg laut Weltbank abschwächen – vorausgesetzt, die durch den Iran-Krieg beeinträchtigten Exporte von Düngemitteln und Rohstoffen normalisieren sich bis Mai. Zudem dürften die Erdgaspreise nicht die Höchststände von 2022 erreichen.
Energiepreise steigen deutlich
Die Weltbank geht davon aus, dass der Iran-Krieg den stärksten Anstieg der Energiepreise seit vier Jahren verursachen wird. Für 2026 wird ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. Bei Rohstoffen insgesamt beträgt der Preisanstieg voraussichtlich 16 Prozent. Neben der Energiekrise und der Düngerkrise tragen auch bestimmte Metalle zu dieser Entwicklung bei.
Straße von Hormus blockiert
Ein wesentlicher Grund ist die Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa ein Drittel des weltweiten Rohölhandels auf dem Seeweg abgewickelt wird. Der Iran und die USA behindern die Meerenge auf unterschiedliche Weise, was laut Weltbank den größten Ölversorgungsschock seit Beginn der Aufzeichnungen auslöst.
Warnung des Chefvolkswirts
Weltbank-Chefökonom Indermit Gill erklärte, der Krieg treffe die Weltwirtschaft in mehreren Wellen: zunächst durch höhere Energiepreise, dann durch steigende Lebensmittelpreise und schließlich durch eine höhere Inflation, die Zinsen in die Höhe treibe und Verschuldung verteuere. Besonders betroffen seien die ärmsten Menschen sowie Entwicklungsländer mit ohnehin hohen Schuldenlasten. Gill resümierte: „Krieg ist Entwicklung in umgekehrter Richtung.“



