Die gescheiterte Fluggesellschaft Fischer-Air sorgt weiter für Aufsehen. Nachdem die Airline Flugtickets gegen Vorkasse verkaufte und Urlaubsflüge ab Kassel versprach, der Starttermin aber immer wieder verschoben wurde und schließlich Funkstille herrschte, meldet sich nun der ehemalige Chef und Gründer Václav Fischer zu Wort. Er spricht von einer großen Verschwörung gegen ihn und hat Strafanzeige erstattet.
Verschwörungstheorien und Strafanzeige
Fischer behauptet, dass einflussreiche Kreise aus der Luftfahrtbranche seine Pläne systematisch sabotiert hätten. Ihm zufolge seien gezielt Falschinformationen gestreut worden, um Investoren abzuschrecken und die Zulassung der Flugzeuge zu verhindern. Die Strafanzeige, die BILD vorliegt, richtet sich gegen unbekannt und wirft unter anderem Marktmanipulation und üble Nachrede vor.
Reaktionen aus der Branche
Luftfahrtexperten zeigen sich verwundert über Fischers Vorwürfe. Ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft erklärte, dass die Vorwürfe haltlos seien und Fischer-Air nie die notwendigen Sicherheitszertifikate erhalten habe. Auch die geplanten Flugzeuge seien nie vollständig finanziert gewesen. Tatsächlich wurden die angepriesenen Maschinen nie ausgeliefert; einige sollen angeblich an andere Airlines verkauft worden sein.
Was aus den Flugzeugen wurde
Recherchen zeigen, dass die von Fischer-Air beworbenen Flugzeuge nie in den Besitz der Airline gelangten. Zwei der drei angekündigten Maschinen wurden von Leasinggesellschaften an andere Betreiber vermittelt. Die dritte Maschine soll sich noch im Bau befinden, jedoch ohne konkreten Abnahmetermin. Experten bezweifeln, dass Fischer-Air jemals die finanziellen Mittel für einen Flugbetrieb aufbringen konnte.
Kunden in der Warteschleife
Viele Kunden, die Tickets gegen Vorkasse gebucht hatten, warten bis heute auf ihr Geld. Ein Insolvenzverfahren wurde bisher nicht eröffnet, da die Airline offiziell noch existiert, aber keine Geschäftstätigkeit nachweist. Betroffene haben sich in sozialen Netzwerken organisiert und erwägen Sammelklagen. Fischer hingegen betont, dass er weiterhin an einer Umsetzung des Projekts arbeite und die Vorwürfe gegen ihn Teil einer Kampagne seien.
Die Zukunft von Fischer-Air bleibt ungewiss. Während Fischer auf juristische Klärung hofft, sehen Branchenkenner schwarz. Die Luftfahrtbehörde hat bereits signalisiert, dass eine Betriebsgenehmigung auf absehbare Zeit nicht erteilt werde. Für die Kunden bedeutet das: weiteres Warten auf ihr Geld oder eine Entschädigung.



