Lufthansa-Notfallplan: Bis zu 40 Flugzeuge könnten bei Kerosinmangel am Boden bleiben
Lufthansa-Notfallplan: 40 Flugzeuge bei Kerosinmangel am Boden

Lufthansa bereitet sich auf Kerosinengpass vor: Notfallplan sieht Stilllegung von Flugzeugen vor

Der anhaltende Irankonflikt und die weitgehende Blockade der strategisch bedeutsamen Meerenge von Hormus haben die Kerosinpreise in den vergangenen Wochen rasant in die Höhe schnellen lassen. Als Reaktion auf diese Entwicklung hat die Lufthansa bereits einen detaillierten Notfallplan ausgearbeitet, der im Falle eines akuten Treibstoffmangels greifen soll. Kern dieses Plans ist die vorübergehende Stilllegung von bis zu 40 älteren Flugzeugen der Flotte.

80 Prozent des Bedarfs für 2026 bereits gesichert

Eine Sprecherin der Lufthansa betonte gegenüber „Table.Briefings“, dass das Unternehmen für das laufende Jahr rund 80 Prozent seines Kerosinbedarfs bereits eingekauft habe. Für das kommende Jahr seien sogar 40 Prozent der benötigten Mengen zum Vorkrisenniveau abgesichert. Im Vergleich zu vielen US-amerikanischen Fluggesellschaften sei die Lufthansa damit gegen Preisschwankungen relativ gut geschützt, so die Unternehmensvertreterin.

Trotz dieser Absicherungen hat die Airline ihre Ticketpreise bereits angehoben und warnt vor weiteren möglichen Steigerungen. Nicht ausgeschlossen sind außerdem Streichungen von als unprofitabel eingestuften Flugverbindungen, wie aus internen Kreisen verlautet.

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Zwei Eskalationsstufen im Notfallplan

Der ausgearbeitete Notfallplan der Lufthansa sieht zwei konkrete Eskalationsstufen vor:

  1. In einem ersten Szenario würden zunächst etwa 20 ältere Flugzeuge vorübergehend am Boden bleiben.
  2. Sollte sich die Versorgungslage weiter verschärfen, könnte sich die Zahl der stillgelegten Maschinen auf bis zu 40 erhöhen.

Offiziell handelt es sich bei diesen Maßnahmen laut Unternehmensangaben um reine Vorsichtsmaßnahmen, die nur im äußersten Notfall umgesetzt werden sollen.

Kerosinpreise erreichen historische Höchststände

Die Dringlichkeit der Situation wird durch aktuelle Marktdaten untermauert: Im April sind die Kerosinpreise auf ein Rekordniveau von 239 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Olivier Jankovec, Generaldirektor des Flughafen-Dachverbands ACI Europe, warnte in einem Schreiben an die Europäische Union bereits vor einem akuten Flugbenzin-Mangel an europäischen Flughäfen, der schon in wenigen Wochen eintreten könnte.

Jankovec befürchtet erhebliche Auswirkungen auf die bevorstehende Sommerreisesaison und forderte die EU auf:

  • Kollektive Käufe von Flugzeugtreibstoff für europäische Länder zu organisieren
  • Die Lagerbestände systematisch zu überwachen
  • Alternative Quellen für Flugzeugtreibstoff zu erschließen

Erste Einschränkungen in Italien während der Osterfeiertage

Die Konsequenzen des Kerosinmangels machen sich bereits in einigen europäischen Regionen bemerkbar. In Italien wurde während der Osterfeiertage eine besondere Regelung zur Treibstoffrationierung eingeführt. An den Flughäfen von Venedig und Bologna durften zivile Passagierflugzeuge nicht mehr volltanken – pro Maschine waren maximal 2.000 Liter Kerosin erlaubt.

Für Reisende könnte die angespannte Lage in den kommenden Monaten spürbare Folgen haben: Neben deutlich höheren Ticketpreisen drohen auch vermehrte Flugstreichungen auf weniger frequentierten Routen. Die Lufthansa betont jedoch, dass alle geplanten Maßnahmen primär der Aufrechterhaltung eines stabilen Flugbetriebs auf den Kernstrecken dienen sollen.

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