Kindergeld oder Kinderfreibetrag: Was ist für Eltern besser?
Eltern in Deutschland haben Anspruch auf staatliche Unterstützung für ihre Kinder. Zur Wahl stehen das monatliche Kindergeld oder der Kinderfreibetrag, der die Steuerlast senkt. Viele Eltern fragen sich, welche Option finanziell vorteilhafter ist. Die gute Nachricht: Das Finanzamt nimmt ihnen diese Entscheidung ab. Im Rahmen der Steuererklärung wird automatisch die für die Familie günstigere Variante berücksichtigt. Dies geschieht im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung.
Doch wie funktioniert das genau? Grundsätzlich erhalten Eltern nach erfolgreicher Beantragung monatlich Kindergeld. Der Kinderfreibetrag beträgt derzeit 6.828 Euro pro Jahr und Kind. Hinzu kommt ein Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.928 Euro. Diese Freibeträge werden erst bei der Steuererklärung berücksichtigt und mindern das zu versteuernde Einkommen. Dadurch sinkt die Steuerlast. „Im Rahmen der Günstigerprüfung wird automatisch berechnet, welche Variante finanziell vorteilhafter ist“, erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.
So läuft die Günstigerprüfung ab
Das Finanzamt vergleicht die Steuerersparnis durch die Freibeträge mit dem bereits ausgezahlten Kindergeld. Ist die Steuerersparnis größer, wird der Freibetrag angerechnet und das Kindergeld mit diesem verrechnet. Eltern profitieren dann nachträglich von der Differenz. Wichtig: Selbst wenn der Kinderfreibetrag günstiger ist, muss das bereits erhaltene Kindergeld nicht zurückgezahlt werden. Die Verrechnung erfolgt automatisch im Steuerbescheid. Eltern erhalten dann lediglich den zusätzlichen Steuervorteil, der über das Kindergeld hinausgeht.
„Während das Kindergeld unabhängig vom Einkommen gezahlt wird, entfaltet der Kinderfreibetrag seine Wirkung vor allem bei höheren Einkommen“, erklärt Karbe-Geßler. Denn je höher der persönliche Steuersatz, desto größer ist die steuerliche Entlastung durch die Freibeträge. Für Eltern mit niedrigerem Einkommen ist das Kindergeld in der Regel die bessere Wahl. Die Günstigerprüfung stellt sicher, dass jede Familie die für sie optimale Unterstützung erhält, ohne dass sie selbst aktiv werden muss.
Eltern sollten dennoch ihre Steuererklärung sorgfältig ausfüllen und alle relevanten Angaben zu ihren Kindern machen. Nur dann kann das Finanzamt die Günstigerprüfung korrekt durchführen. Wer unsicher ist, kann sich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen. So stellen Eltern sicher, dass sie alle finanziellen Vorteile nutzen, die ihnen zustehen.



