Tankrabatt ab 1. Mai: Sprit um 17 Cent billiger – was Sie wissen müssen
Tankrabatt ab 1. Mai: Sprit um 17 Cent billiger

Der Tankrabatt kommt: Was Autofahrer wissen müssen

Viele Autofahrer in Deutschland fiebern dem 1. Mai entgegen, denn dann tritt der sogenannte Tankrabatt in Kraft. Die Bundesregierung senkt vorübergehend die Steuern auf Kraftstoffe. Doch was bedeutet das genau für die Verbraucher? Wir geben einen Überblick.

Wie stark sinkt die Steuer und wie lange?

Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin werden ab dem 1. Mai um Mitternacht um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Da auf die entfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Gesamtreduzierung von 16,7 Cent – gerundet entsprechen dies den oft genannten 17 Cent. Die Maßnahme gilt bis Ende Juni 2026.

Ab wann wird der Sprit günstiger?

Die Preise an den Zapfsäulen werden voraussichtlich bereits in der Nacht zum 1. Mai sinken, oft um Mitternacht. Dies liegt jedoch hauptsächlich an den Erwartungen der Kunden. Denn um Mitternacht haben die Tankstellen noch keinen Sprit mit dem reduzierten Steuersatz in ihren Tanks. Die Energiesteuer wird nämlich nicht beim Verkauf an der Zapfsäule fällig, sondern bereits bei der Lieferung an die Tankstelle – genauer gesagt in dem Moment, in dem der Kraftstoff die Raffinerie oder das Großtanklager verlässt.

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Die Branche beklagt, dass die Unternehmen dadurch zunächst belastet werden. Allerdings können sie am Ende des Rabattzeitraums davon profitieren, dass sie dann noch niedrig versteuerte Restbestände zu wieder höheren Preisen verkaufen können, wie es bereits beim Tankrabatt 2022 der Fall war.

Sinkt der Preis sofort um die vollen 17 Cent?

Grundsätzlich sind die Tankstellen nicht verpflichtet, den Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt um einen bestimmten Betrag zu senken. Der ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer erklärt: „Es ist nicht davon auszugehen, dass die Preise am 1. Mai um Mitternacht sofort um die vollen 16,7 Cent sinken. Das war auch 2022 nicht der Fall. Stattdessen sind die Preise sukzessive gefallen.“

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) betont hingegen: „Die Tankstellengesellschaften geben die Steuersenkung vollständig weiter.“ Allerdings sei es aufgrund der Konstruktion der Steuer möglich, „dass die Steuersenkung sich mancherorts erst mit Verzögerung an der Zapfsäule bemerkbar macht“. Zudem könnten die Weltmarktpreise für Kraftstoffe „wie bisher erheblich schwanken“. Ob der Rabatt 2022 tatsächlich vollständig weitergegeben wurde, ist umstritten. Letztlich werden die Preise und Preisentwicklungen von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedlich sein – wie es auch jetzt schon der Fall ist. Allein im Tagesverlauf haben sich die Spritpreise zuletzt oft um mehr als 10 Cent bewegt.

Lohnt es sich, früh aufzustehen zum Tanken?

Nein, es besteht kein Grund zur morgendlichen Eile. Da die Preise aufgrund der 12-Uhr-Regel erst zur Mittagszeit steigen dürfen, ist Sprit am Vormittag nicht teurer als am frühen Morgen. Im Gegenteil: Es ist eher zu erwarten, dass die Preise bis zum Mittag noch etwas sinken, wie es auch jetzt schon typischerweise der Fall ist. Wie stark der Sprung zur Mittagszeit ausfällt, ist kaum vorherzusagen, ebenso wie die weitere Entwicklung in den kommenden Tagen.

Wird der Sprit so billig wie vor dem Ukraine-Krieg?

Voraussichtlich nicht – zumindest nicht zu Beginn. Am letzten Tag vor Kriegsausbruch Ende Februar 2022 kostete ein Liter Super E10 nach ADAC-Daten im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,78 Euro, ein Liter Diesel 1,75 Euro. Betrachtet man die Tagesdurchschnitte der letzten Tage, reicht der Steuerrabatt bei weitem nicht aus, um diese Niveaus zu erreichen: Am Donnerstag kostete ein Liter E10 2,103 Euro, ein Liter Diesel 2,200 Euro. Bei Diesel scheint es sogar so, dass die Marke von 2 Euro im Tagesdurchschnitt eher nicht unterschritten wird – selbst wenn die Steuerreduzierung schnell und vollständig weitergegeben wird. Allerdings kann es an einzelnen Tankstellen anders aussehen, insbesondere am späten Vormittag, wenn der Sprit typischerweise am günstigsten ist.

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Drohen lange Schlangen oder Engpässe?

Da der Steuerrabatt nur für nach Mitternacht gelieferten Sprit gilt, ist es für Tankstellen attraktiv, mit kleinen Lagerbeständen in den Mai zu gehen – ähnlich einem Urlauber, der nicht mehr kurz vor der Grenze tankt, wenn der Sprit im Ausland billiger ist. Zudem werden auch viele Autofahrer ihre Tanks kurz vor dem 1. Mai nicht komplett füllen, sodass in den ersten Tagen ein erhöhter Tankbedarf besteht. Da die Liefermöglichkeiten am Feiertag und am darauffolgenden Wochenende eingeschränkt sind, warnte der Tankstellenverband bft bereits vor möglichen Engpässen. Der en2x spricht von einem „logistischen Kraftakt“.

ADAC-Experte Laberer sieht dies gelassener: „Wir rechnen beim Start des Tankrabatts nicht mit nennenswerten Versorgungsengpässen. Es ist möglich, dass sich einzelne Tankstellen vielleicht verkalkulieren, aber es wird kein Massenphänomen sein. Es ist ja auch im Interesse der Tankstellen und Mineralölkonzerne, dass genügend Sprit da ist, damit sie etwas zu verkaufen haben.“

Was kostet der Rabatt und wer bezahlt?

Durch die niedrigeren Steuern entgehen dem Staat rund 1,6 Milliarden Euro. Damit ist der Tankrabatt nur etwa halb so teuer wie 2022. Damals hatte er allerdings drei Monate gedauert, und bei Benzin war die Steuerreduzierung mit insgesamt 35,2 Cent pro Liter deutlich höher.

Wie viel spart der Durchschnittsfahrer?

Ein durchschnittlicher Diesel-Pkw wird laut Kraftfahrt-Bundesamt pro Jahr rund 17.000 Kilometer gefahren. Bei einem typischen Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometer ergibt der Rabatt – sofern er vollständig ankommt – rechnerisch eine Ersparnis von rund 33 Euro in den zwei Monaten. Bei einem Benziner sind es rund 9.500 Kilometer pro Jahr, bei einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer spart der Rabatt rechnerisch gut 21 Euro in zwei Monaten. Je nach Fahrstrecke und Fahrzeug können diese Werte natürlich stark abweichen.