In Schwerin sorgt die Ankündigung der DHL-Gruppe für Unmut, dass die Postbank-Filiale am Marienplatz künftig keine Post-Dienstleistungen mehr anbieten wird. Der Marienplatz gilt als das Geschäftszentrum der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Ab dem 9. Juni soll die Filiale in eine reine Beratungsfiliale umgewandelt werden, wie die DHL-Gruppe auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Alternativen in der Nähe
Für Dienstleistungen wie Briefmarkenkauf oder Paketannahme verweist das Unternehmen auf Partnerfilialen in der Lübecker Straße und in der Mecklenburgstraße. Diese sollen die Versorgung in der Innenstadt sicherstellen.
Kritik aus der Stadtverwaltung
Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum zeigte sich verärgert. In einem Schreiben forderte er die Post auf, die Entscheidung zu überdenken. „Die Post gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Diese Schließung bedeutet weit mehr als das bloße Einstellen von Leistungen. Hier wird die Grundversorgung durch den Universaldienstleister abgewickelt und auf private Partner übertragen“, kritisierte Nottebaum. Besonders stößt ihm sauer auf, dass die Partnerfiliale in der Lübecker Straße ein sogenannter „Späti“ sei.
Reaktion der DHL-Gruppe
Die DHL-Gruppe betonte, den gesetzlichen Auftrag zur flächendeckenden Postversorgung zu erfüllen. „Die gesetzlich geforderte Zahl von bundesweit 12.000 Filialen übertreffen wir mit 12.400 Filialen und über 140 Poststationen, die als Filialersatz anerkannt sind, deutlich“, erklärte ein Sprecher. Vorübergehende Lücken entstünden fast ausschließlich dort, wo kein Einzelhandel mehr existiere. Dies sei ein strukturelles Problem vieler ländlicher Regionen, das weiter zunehme.



