Aida-Kapitän enthüllt Sicherheitsstrategie: So schützen Kreuzfahrtschiffe vor Piratenangriffen
Aida-Kapitän verrät Sicherheitsplan gegen Piratenangriffe

Aida-Kapitän enthüllt Sicherheitsstrategie: So schützen Kreuzfahrtschiffe vor Piratenangriffen

Die Bedrohung durch Piraterie bleibt ein ernstzunehmendes Problem für die internationale Schifffahrt, obwohl internationale Bemühungen die Anzahl der Vorfälle in den letzten Jahren deutlich reduziert haben. Während im Jahr 2010 noch 445 gemeldete Überfälle den Höchststand markierten, zählte das International Maritime Bureau (IMB) im Jahr 2023 weltweit 120 Fälle von Piraterie und maritimer Kriminalität. Piraten konzentrieren sich dabei hauptsächlich auf Frachtschiffe, Tanker, Fischerboote und Yachten, während Kreuzfahrtschiffe aufgrund ihrer technischen Ausstattung und umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen nur selten ins Visier geraten.

Geheime Abwehrmaßnahmen an Bord

AIDA-Kapitän Vincent Cofalka betonte kürzlich während der nautischen Stunde an Bord der Aida Cosma die hohen Sicherheitsstandards auf Kreuzfahrtschiffen. Dabei lobte er nicht nur die Einsatzbereitschaft seiner Crew, sondern fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wir haben eine Superwaffe: Unsere mehreren Tausend Passagiere würden das Pauschalbuffet verteidigen. Da hätten Piraten keine Chance.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass Piraterie so lange existiert, wie Schiffe die Weltmeere befahren.

Cofalka erklärte, dass die AIDA-Flotte bewusst Gebiete mit aktiver Piraterie meidet. Nur in Ausnahmefällen durchqueren die Schiffe der Reederei gefährdete Regionen. In solchen Situationen bereitet die Crew alle notwendigen Maßnahmen vor, organisiert Geleitschutz und installiert spezielle Frühwarnsysteme, um die Sicherheit zu gewährleisten. „Wir setzen außerdem noch einige spezielle Maßnahmen um, die wir nicht veröffentlichen, die es Piraten jedoch erheblich erschweren, an Bord zu kommen“, ergänzte der erfahrene Kapitän.

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Konsequente Routenänderungen

AIDA Cruises hat aufgrund der anhaltend unsicheren Lage, insbesondere im Roten Meer und vor der somalischen Küste, die geplanten Routen erheblich geändert. Die Verantwortlichen der Reederei entschieden, dass die Schiffe weder den Suezkanal noch das Rote Meer passieren. Stattdessen haben sie alternative Routen entwickelt, um die Sicherheit der Passagiere und der Crew jederzeit zu gewährleisten.

Eine Passagierin schilderte in den sozialen Medien ihre Erfahrungen auf dem ihrer Meinung nach letzten AIDA-Schiff, das diese gefährdeten Gewässer durchquerte. „Mehrere Nächte lang schaltete die Crew das Licht auf dem Deck aus, verbot den Einsatz von Taschenlampen und ließ Sicherheitskräfte mit Ferngläsern patrouillieren. Ein amerikanischer Zerstörer, den wir nicht sahen, fing vor uns einen Drohnenangriff ab“, erinnerte sie sich.

Umfassende Präventionsmaßnahmen

Die Reedereien meiden nicht nur vordergründig bekannte Risikogebiete, sondern rüsten moderne Kreuzfahrtschiffe mit umfassenden Sicherheitsvorkehrungen aus. Dazu gehören:

  • Bewaffnete Sicherheitskräfte auf bestimmten Routen
  • Fortschrittliche Überwachungssysteme
  • Lärmkanonen zur Abwehr von Angriffen
  • Spezielle Frühwarnsysteme
  • Geheime Abwehrmaßnahmen

„Die Geleitschutzschiffe operieren heute mit ganz anderen Reichweiten als frühere Marineeinheiten und halten sich meistens irgendwo hinter dem Horizont auf“, erklärte Cofalka in der nautischen Stunde zu Beginn des Jahres.

Technische und strukturelle Vorteile

Die Größe und Geschwindigkeit von Kreuzfahrtschiffen erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Kapitän Cofalka erläuterte, dass Piraten große Schwierigkeiten haben, ein Kreuzfahrtschiff zu entern. Der Grund dafür liegt in der mindestens 13 Meter hohen Freibordhöhe, der Anwesenheit von über 1000 Menschen an Bord und der Tatsache, dass Kreuzfahrtschiffe wendiger sind als Tanker.

Historische Vorfälle und erfolgreiche Abwehr

Kreuzfahrtschiffe gerieten in seltenen Fällen ins Visier von Angreifern, auch wenn die Gefahr als gering gilt. Berühmte Vorfälle sind:

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  1. Der Angriff auf die „Seabourn Spirit“ im Jahr 2005
  2. Der Angriff auf die „Nautica“ im Jahr 2008
  3. Der Versuch, die „MSC Melody“ nahe den Seychellen 2009 zu kapern

In allen Fällen konnten Sicherheitsmaßnahmen die Angreifer erfolgreich abschrecken. Im Fall der „Nautica“ erhöhte der Kapitän die Geschwindigkeit und entkam den Verfolgern, während bei der „MSC Melody“ Passagiere das Schiff verteidigten, indem sie Tische und Liegestühle über Bord warfen. Moderne Technologien und das geschulte Handeln erfahrener Crews verhinderten in all diesen Fällen ernsthafte Konsequenzen.

Die internationale Schifffahrt bleibt wachsam, während Reedereien wie AIDA Cruises kontinuierlich ihre Sicherheitskonzepte weiterentwickeln, um Passagiere und Crew vor möglichen Bedrohungen zu schützen.