Viele Urlauber halten die Azoren für ein fernes, schwer erreichbares Ziel – dabei liegt die Inselgruppe näher als gedacht. Nur rund zwei Flugstunden trennen Lissabon von São Miguel, der Hauptinsel. Was die Inseln so besonders macht.
Die Azoren gehören politisch zu Portugal, liegen aber mitten im Atlantik. Trotz dieser Lage sind Zeitverschiebung und Reiseaufwand überschaubar. Die Landschaft ist vulkanischen Ursprungs. Das zeigt sich nicht nur an kleinen Kratern und Vulkankegeln, sondern auch an riesigen Formationen wie Sete Cidades. In diesem Vulkankessel liegen zwei Seen, die unterschiedlich gefärbt erscheinen – einer grün, einer blau. Im Inneren des Kraters lebt zudem eine kleine Gemeinde mit rund 700 Einwohnern.
Wetter und Jahreszeiten anders als erwartet
Ein weiterer Punkt: Das Wetter ist deutlich wechselhafter als viele erwarten. Das bekannte „Azorenhoch“ beeinflusst zwar das Klima in Europa, sorgt vor Ort aber nicht für dauerhaft stabiles Wetter. Sonne, Regen und Wind können sich innerhalb eines Tages häufig abwechseln. Die Temperaturen bleiben aber ganzjährig mild.
Leben und Alltag im Vulkangebiet
Das Leben auf der Insel ist eng mit der vulkanischen Aktivität verbunden. In Furnas etwa wird ein traditionelles Gericht, „Cozido“, mithilfe von Erdwärme gegart. Töpfe werden dafür mehrere Stunden in heiße Erde eingelassen. Gleichzeitig prägen Schwefelquellen und Dampf den Ort.
Ein eher unbekannter Aspekt: Auf den Azoren wird auch Ananas angebaut – in Gewächshäusern und mit aufwendigen Verfahren. Sie gilt als besonders aromatisch und ist als regionales Produkt geschützt.
Perfektes Wanderziel
Die Azoren zeigen damit eine Mischung aus gut erreichbarem Reiseziel und ungewöhnlicher Natur – mit Bedingungen, die sich deutlich vom europäischen Festland unterscheiden. Die Inseln eignen sich perfekt zum Wandern und Radfahren, auch Wale kann man hier im Rahmen von Bootstouren bewundern.
Ponta Delgada, die Hauptstadt von São Miguel und der gesamten autonomen Region der Azoren, bietet neben einer schönen Altstadt mit Restaurants, Cafés und Bars auch zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Von hier aus kommt man per Schnellstraße in kurzer Zeit zu fast allen anderen Orten auf der Insel.
Die anderen Inseln lassen sich von der Hauptinsel aus mit der Fähre oder auch mit kleinen Propellerflugzeugen erreichen. Jede hat ihren ganz eigenen Charme, und jede ist anders.
Hinweis: Die Reise unserer Autorin auf die Azoren fand im April 2026 anlässlich der Jahrestagung des Deutschen Reiseverbands (DRV) und in Kooperation mit VisitAzores und VisitPortugal statt.



