Die Kurstadt Bad Wilsnack im Landkreis Prignitz bietet ab sofort einen eigenen Fahrradverleih an. Die Stadt- und Touristinformation im Bahnhof wird die Verleihe übernehmen. Hintergrund ist die Einstellung des bisherigen Bike-Sharing-Systems, das von der Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz (TGZ) betrieben wurde.
Vom Bike-Sharing zum stadteigenen Verleih
Seit Frühjahr 2022 gab es eine Kooperation zwischen der Stadt Bad Wilsnack und dem TGZ Prignitz. Sechs orangefarbene Fahrräder des Anbieters Donkey Republic standen damals zur Verfügung. Die Buchung erfolgte über eine App. Auch andere Kommunen in der Prignitz nutzten dieses System. Das TGZ organisierte damals die technische Unterstützung, Reparaturen und den Transport mit lokalen Partnern. Im vergangenen Jahr übernahm der Tourismusverband Prignitz die Kooperation. Aus finanziellen Gründen wurde die Vereinbarung jedoch zum Jahresende 2025 nicht verlängert.
Die Stadt reagierte schnell: Sie erwarb sechs vorhandene und zwei zusätzliche Räder aus dem Donkey Republic-Bestand des TGZ für insgesamt 200 Euro. Bürgermeisterin Martina Richter betonte in der Stadtverordnetenversammlung: „Wir haben ansonsten keinen Fahrradverleih in Bad Wilsnack. Ich denke, das ist ein gutes Angebot.“ Die Räder erhalten noch ein neues Logo mit der Aufschrift „Radmobil Bad Wilsnack“. Der Verleih startet voraussichtlich im Juni.
Gebühren und Konditionen
Der Entwurf der Gebührensatzung sieht folgende Preise vor: Drei Stunden kosten fünf Euro, ein Tag (24 Stunden) zehn Euro, zwei Tage 20 Euro, ein Wochenende (Freitag 10 bis Montag 12 Uhr) 25 Euro und eine Woche (sieben Tage) 35 Euro. Die Gebühr ist im Voraus zu entrichten. Zudem wird eine Kaution von 50 Euro pro Fahrrad verlangt, die bei Schäden oder Verlust ganz oder teilweise einbehalten werden kann.
Stadtverordneter Lutz Bieck regte eine jährliche Überprüfung der Gebühren an. „Ich finde die Gebühr sehr niedrig. Nach einem Jahr sollte uns die Gebührensatzung wieder vorgelegt werden“, sagte er. Der Vorschlag fand Zustimmung, und die Satzung wurde einstimmig beschlossen.
Die Stadt- und Touristinformation bereitet derzeit alles für den Start vor. Mitarbeiterin Mandy Schmidt erklärte, dass die Räder noch mit dem neuen Logo versehen werden müssen. Bislang prangt noch das Donkey-Logo auf den orangefarbenen Fahrrädern.



