Burg Stargard: Ein mittelalterliches Juwel in Mecklenburg-Vorpommern
Wer eine Reise in die faszinierende Welt mittelalterlicher Burgen unternehmen möchte, sollte Burg Stargard in Mecklenburg-Vorpommern besuchen. Das malerische Städtchen liegt nur wenige Kilometer südlich von Neubrandenburg und beherbergt ein architektonisches Kleinod von nationaler Bedeutung.
Die einzigartige Höhenburg Norddeutschlands
Auf dem 90 Meter hohen Burgberg thront die mittelalterliche Burg Stargard als stummer Zeuge einer bewegten Vergangenheit. Sie ist die einzige erhaltene Höhenburg Norddeutschlands und zugleich die nördlichste Höhenburg Deutschlands. Mit einem Alter von mehr als 750 Jahren gilt sie als das älteste weltliche Bauwerk im heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Ursprünglich als Hofburg der Markgrafen von Brandenburg errichtet, bildete sie die Keimzelle der gleichnamigen Stadt.
Touristischer Magnet mit lebendiger Geschichte
Die Burg hat sich zum wichtigsten Tourismusmagneten der Region entwickelt. Mehrmals jährlich finden hier Veranstaltungen statt, die das Mittelalter wiederaufleben lassen – darunter das beliebte Burgfest und die Mittelaltertage. Die heutige Anlage präsentiert sich als beeindruckendes Ensemble aus insgesamt elf Gebäuden unterschiedlicher Epochen.
Die Stadt Burg Stargard selbst liegt im Tal der Linde, eingebettet in die malerische Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit etwa 5.400 Einwohnern bietet sie Besuchern eine reizvolle Mischung aus Geschichte und Natur. Die markanten Erhebungen Burgberg, Galgenberg und Klüschenberg sind Relikte der letzten Eiszeit, die vor etwa 10.000 Jahren endete und die charakteristische Endmoränenlandschaft formte.
Geschichtsträchtige Entwicklung über die Jahrhunderte
Die steinerne Geschichte Burg Stargards begann 1236, nachdem das Land Stargard an die Markgrafen von Brandenburg überging. Neben dem wendischen Dorf Stargard entstand schnell eine deutsche Marktsiedlung. Am 11. Januar 1259 verlieh Markgraf Otto III. dem Flecken Stargard das Stadtrecht – ein Meilenstein in der Entwicklung der Region.
Die Burg erlebte zahlreiche historische Ereignisse: 1726 fand im Krummen Haus der letzte große Mecklenburger Hexenprozess statt, von 1745 bis 1747 wurden in der Hauptburg Münzen geprägt. Brände und Blitzschläge zerstörten im Laufe der Jahrhunderte mehrere Gebäude, doch der Kern der Anlage blieb erhalten.
Wiederbelebung und touristische Entwicklung
Mit der Inbetriebnahme der „Nordbahn“ 1877 erhielt Stargard einen Bahnanschluss, der die Entwicklung der Stadt entscheidend vorantrieb. Neben kleineren Industriebetrieben etablierte sich der Tourismus – die reizvolle Umgebung lockte viele Naturliebhaber und Künstler aus dem nahen Berlin an.
Nach verschiedenen Nutzungen – darunter als Wohnung für zehn Familien, als Landesjugendschule und Jugendherberge – begann 1990 die umfassende Sanierung der Burganlage. 1994 wurde der Burgturm wieder als Aussichtsturm freigegeben, 1999 öffneten der Burggasthof „Zur Alten Münze“ und das Museum ihre Türen. Seit dem Jahr 2000 bereichert ein historischer Wurz- und Krautgarten das Angebot.
Besondere Attraktionen und Angebote
Ein besonderes Highlight ist einer der nördlichsten Weinberge Deutschlands auf dem Burggelände. Auf etwa 0,2 Hektar wachsen rund 1.200 Rebstöcke verschiedener Sorten, darunter der Elbling – eine der ältesten deutschen Rebsorten. Der Privatwinzerverein von Burg Stargard verkauft jährlich 1.000 bis 2.000 Flaschen Mecklenburger Landwein.
Das heutige Angebot umfasst neben dem Museum und dem Hotel auch zahlreiche Ferienwohnungen, das Standesamt und die Möglichkeit, in historischen Gewändern auf der Burg zu heiraten. Für Familien besonders attraktiv: Burg Stargard verfügt über eine sehr schöne Sommerrodelbahn.
Praktische Informationen für Besucher
Die Burg ist von März bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von November bis Februar bleibt sie geschlossen. Von Anfang März bis Ende Oktober finden samstags, sonntags und an Feiertagen um 14.30 Uhr Burgführungen statt. Persönliche Führungen können über die Touristinformation Burg Stargard organisiert werden.
Anreise: Mit dem Pkw von der Autobahn A20, Abfahrt Neubrandenburg (32) auf die B197, dann über Neubrandenburg auf die B96 Richtung Neustrelitz. Hinter Neubrandenburg links Richtung Burg Stargard abbiegen. Parkplätze befinden sich direkt vor der Burg. Der Ort verfügt über einen Bahnhof mit Regionalverkehrsanbindung – vom Bahnhof aus ist der Fußweg zur Burg in etwa 15 Minuten ausgeschildert.
Burg Stargard hat sich zu einem beliebten Wohnort und touristischen Ziel entwickelt, das seine schöne landschaftliche Lage und die einzigartige Backsteinburg erfolgreich vermarktet. Als Naherholungsgebiet für die Region und Anziehungspunkt für Geschichtsinteressierte bietet sie ein besonderes Erlebnis fernab der großen Touristenströme.



