Seit dem 1. Mai setzt die Fähre wieder zur Burgwallinsel im Teterower See über. Das gesamte vergangene Jahr war das Wasser-Taxi stillgelegt, weil es niemand bedienen konnte. Nun erlebt die Ausflugsinsel zum Saisonstart einen enormen Andrang, der die kleine Gastronomie an ihre Grenzen bringt.
Gastwirt unter Druck
Gastwirt Alexander Erlewein und seine Angestellten kamen ganz schön ins Schwitzen. Viel mehr Besucher als erwartet kamen zum Auftakt der neuen Burgwall-Saison auf die Insel. Mehr als ein Jahr lang war das Eiland für Besucher tabu. Die Fähre fuhr nicht, die Gaststätte „Wendenkrug“ hatte das gesamte vergangene Jahr über geschlossen. Jetzt sorgt Erlewein mit seinem Team zumindest an drei Tagen in der Woche für einen Terrassen-Betrieb. Doch mit etwa 200 Mittagsgästen, die die Fähre und die Barkasse „Regulus“ am Freitag bei herrlichem Frühsommer-Wetter auf die Insel brachten, waren Küche und Personal einfach überfordert.
Wildschweine haben Spuren hinterlassen
„Wir tun wirklich, was wir können. Aber mit so vielen Leuten auf einmal, das kriegt man nicht hin“, sagte Erlewein und verhängte einen vorzeitigen Küchenschluss. Das kam bei einigen Gästen gar nicht gut an. Und dennoch war es für viele ein Erlebnis, nach so langer Zeit erstmals wieder auf der Burgwallinsel zu sein. Die Malchinerin Hanne Ahl zum Beispiel war vom Hähnekrähen aus Thürkow auf die Insel gekommen. „Es ist eine Idylle hier“, meinte sie. Obwohl: Am Wegesrand sei noch deutlich zu erkennen, dass sich die Wildschweine in der Zeit ohne Besucher hier ausgetobt hätten. Sie sei zuletzt zu DDR-Zeiten auf der Insel gewesen, erzählte Hanne Ahl. „Damals mit Westbesuch. Der war erstaunt, wie preiswert man hier in der Gaststätte essen konnte.“
Neuer Fährmann mit Bootsführerschein
Seinen ersten Arbeitstag hatte Christian Böhm auf der Ausflugsinsel. Böhm ist eigentlich Angestellter bei den Stadtwerken, in dieser Saison nun aber Teterows neuer Fährmann. Für das Übersetzen vom Festland zur Burgwallinsel habe er extra seinen Bootsführerschein gemacht, erzählte er. Unzählige Male pendelte die elektrisch betriebene Seilzugfähre am Freitag hin und her, mal mit mehr, mal mit weniger Fahrgästen. Ist das jetzt der Traumjob für einen Stadtwerker? „Das werden wir sehen. Das ist mein erster Tag heute, das kann ich noch nicht sagen“, meinte Böhm, bevor er von jedem Besucher der Insel 1,50 Euro Fähr-Gebühr abkassierte. Die Rückfahrt kostet extra.
Fähre hat immer Vorfahrt - mit einer Ausnahme
Die Fährroute kreuzte auch die „Regulus“, die ebenfalls ab 1. Mai wieder regelmäßig in See sticht. Die Ausflugsbarkasse hatte im vergangenen Jahr äußerst selten abgelegt. Eine Seefahrt ohne Insel-Gastronomie wollte sich kaum jemand antun. Am ersten Mai-Wochenende ist dagegen wieder richtig Betrieb auf dem Wasser. „Eigentlich hat die Fähre immer Vorfahrt, aber bei der ,Regulus' machen wir mal eine Ausnahme“, meinte Fährmann Böhm und das klang fast schon so, als ob er schon ziemlich lange „zur See“ fährt.
Feste Fahr- und Öffnungszeiten bis September
Statt im Gastraum des „Wendenkrugs“ werden die Gäste beim Kioskbetrieb auf der Terrasse bedient. Die Fähre soll nun bis Ende September in Betrieb bleiben und das mittwochs und donnerstags von 11 bis 17 Uhr, freitags, sonnabends und sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 20.30 Uhr. Montag und Dienstag ist kein Fährverkehr. Der Kioskbetrieb in der Gaststätte „Wendenkrug“ läuft in dieser Saison erst einmal nur von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen in der Zeit von 11.30 Uhr bis 20 Uhr.



