Café-Eröffnung in Waren: Weltenbummlerin bringt amerikanischen Flair an die Müritz
Café-Eröffnung: Amerikanischer Flair an der Müritz

Neues Café in Waren: Eine Weltenbummlerin holt Amerika an die Müritz

Am Neuen Markt 24 in Waren an der Müritz hat sich ein besonderes Gastronomie-Konzept etabliert. Hinter den großen Fenstern, über denen noch eine alte Immobilienreklame prangt, verbirgt sich das „Café mitten drin“ – ein Ort, der weniger an ein klassisches Café erinnert, sondern vielmehr an das gemütliche Esszimmer amerikanischer Freunde.

Eine Lebensgeschichte zwischen zwei Kontinenten

Inhaberin Bianca Smith begrüßt ihre Gäste persönlich und kommt sofort mit ihnen ins Gespräch. Ihre Biografie ist geprägt von transatlantischen Erfahrungen. Aufgewachsen in Unterfranken, zog es sie früh in die USA, wo sie 1986 ihren Lebenstraum verwirklichte. Sie lebte und arbeitete in Florida, New York und Atlanta, kehrte zwischendurch nach Deutschland zurück, eröffnete einen Pub, Steakhäuser und eine Diskothek, bevor sie erneut in die USA aufbrach, um dort ein Restaurant zu führen.

Zufällige Landung in Waren mit schicksalhafter Note

Die Rückkehr an die Müritz war eher ungeplant. Ursprünglich hatte Smith eine Bäckerei in Plau am See im Visier. „Der Vertrag war fast unterschrieben, dann hat die Verkäuferin abgesagt“, erzählt sie. Stattdessen entdeckte sie während eines Urlaubs die Räumlichkeiten des ehemaligen Schuhladens am Neuen Markt in Waren. Hier packte sie selbst an: „Außer Elektrik und Sanitär habe ich alles alleine gemacht“ – vom Streichen der Wände über die Einrichtung der Küche bis zur Dekoration.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ein Hauch Amerika in der Mecklenburgischen Seenplatte

Die Einrichtung des Cafés trägt deutlich Smiths amerikanische Prägung. An den Wänden hängen Bilder aus New York, darunter eine Aufnahme des Times Square aus einer Zeit, als dort noch Taxis verkehrten. Auf dem Tresen stehen die Mainzelmännchen, die sie auf all ihren Reisen begleitet haben. Das gastronomische Konzept verbindet amerikanische und deutsche Einflüsse: Neben süßen Spezialitäten wie Pistazien-Macchiato, Pistazien-Torte oder Espresso-Smoothie mit Erdnuss und Banane gibt es herzhafte Gerichte, die täglich frisch zubereitet werden.

Bistro-Charakter mit persönlicher Note

Smith betreibt ihr Café bewusst wie ein kleines Bistro. Sie kocht und backt mit Leidenschaft, verwendet möglichst Zutaten aus biologischem Anbau und entwickelt viele Rezepte selbst. Aus ihren USA-Erfahrungen hat sie das Konzept der Tagesgerichte übernommen – oft gibt es nur ein oder zwei Optionen, die dann schnell vergriffen sind. „Das war in Amerika der Renner“, erklärt sie und verrät Pläne für weitere Kreationen wie einen Rübenstrudel, inspiriert vom amerikanischen Sandwich, oder eine Variante mit Lachs und Spinat.

Ankommen in Waren mit einem Stück Heimat in Amerika

Obwohl ein Teil ihres Herzens in Amerika geblieben ist – bei Freunden, auf der Farm, bei den Tieren – hat Smith in Waren einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden. Sie genießt die Natur, die Wälder und die Ruhe der Mecklenburgischen Seenplatte. Kochen und Backen sind für sie mehr als nur Arbeit: „Das ist auch Therapie“, sagt sie. Im Winter plant sie weiterhin zu reisen, wenn es ihr an der Müritz zu kalt wird.

Gastfreundschaft ohne feste Schließzeiten

Bis dahin ist sie jedoch regelmäßig in ihrem Café anzutreffen. Geöffnet ist das „Café mitten drin“ mittwochs bis sonntags ab 10 Uhr – „bis der letzte Gast geht“, wie Smith lächelnd verspricht. Ihr Ziel ist klar: „Ich möchte hier ankommen, die Leute kennenlernen und mich mit ihnen connecten.“ Dabei schwingt immer wieder ein wenig Englisch in ihrer Sprache mit, ein bleibendes Erbe ihrer Jahre in den USA.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration