Schätze aus DDR-Zeiten: Stadt Woldegk plant Neubelebung der Fröhlcke Mühle
DDR-Schätze in Woldegker Mühle: Stadt plant Neubelebung (18.05.2026)

Die Fröhlcke Mühle in Woldegk, auch als Seemühle bekannt, gleicht einer Zeitkapsel aus vergangenen Jahrzehnten. Jede Etage des Gebäudekomplexes erzählt Geschichten aus einer längst vergangenen Ära. Besucher fühlen sich, als hätte der Müller gerade erst seinen Arbeitsplatz verlassen. Ob das Mahlwerk tatsächlich noch funktionstüchtig ist, kann ein Laie nicht beurteilen – doch der Eindruck drängt sich auf, dass die Mühle jederzeit wieder in Betrieb genommen werden könnte.

Stadt Woldegk als Eigentümerin mit neuen Plänen

Die Stadt Woldegk ist mittlerweile Eigentümerin des imposanten Gebäudes und seiner Anbauten. Eine Rückkehr zur Nutzung als Kornmühle ist jedoch nicht vorgesehen. Stattdessen verfolgt die Kommune andere Ideen für das historische Ensemble. Bei einem Rundgang durch die Mühle, zu der ein Wohnhaus und ein Zwischenbau gehören, wird deutlich, dass dringend Ordnung geschaffen werden muss. Alte Möbelstücke, die sich hervorragend eignen würden, um die ehemalige Müllerwohnung wieder originalgetreu einzurichten, stehen herum. Der Müller lebte einst mit seinen sieben Kindern im unteren Bereich der Seemühle.

Schätze, die nicht in den Müll gehören

Die Räume der Müllerwohnung sind großzügig geschnitten, aber stark renovierungsbedürftig. Eine Entrümpelung unter fachkundiger Aufsicht ist notwendig, denn in Ecken, Schubladen und Regalen verbergen sich wahre Schätze, die keinesfalls im Sperrmüll landen sollten. Viele dieser Fundstücke haben Potenzial für einen Flohmarkt – sie müssten nur geborgen und gereinigt werden. Dazu zählt ein völlig verstaubter Trabant 600, unzählige Kleinode aus DDR-Zeiten, Sprelacart-Tische, alte gerahmte Fotos, Grabplatten, historisches Werkzeug und Holzbalken. „Es in den Müll zu werfen, wäre einfach schade“, betont Jan Bauditz, Vorsitzender des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern.

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Vision: Heimatstube und Mühlenarchiv

Die Stadt hat konkrete Ideen für die künftige Nutzung des Seemühlen-Ensembles. Geplant ist, die Müllerwohnung in der Mühle wieder zu einer Wohnstätte zu machen. „Das ist ein einmaliger Zustand, der bei der Planung der Heimatstube berücksichtigt werden sollte“, so Bauditz. Im Mittelteil zwischen Mühle und Wohnhaus könnte eine Heimatstube eingerichtet werden, in die die ehemalige Müllerwohnung integriert würde. Zudem gibt es Überlegungen, das Mühlenarchiv des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern dort unterzubringen.

Geschichte der Fröhlcke Mühle

Die Fröhlcke Mühle wurde 1888 erbaut und produzierte bis Anfang der 1960er Jahre. Danach diente sie nur noch als private Gebäudeanlage mit Wohnungen. Die Seemühle ist eine runde Galerieholländermühle mit einem steinernen geteerten Rumpf und einer drehbaren geschweiften Haube. Im zweigeschossigen Unterbau und im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Müllers. Später wurde zunächst ein Speicher angebaut, in den 1940er Jahren ein zweigeschossiges Wohnhaus. Dort sollen künftig zwei separat zugängliche Wohnungen entstehen.

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