Seit fast zehn Jahren plant die Stadt Halle (Saale) den Neubau und die Umverlegung des beliebten Elster-Radwegs im Süden der Stadt. Nun soll das Projekt endlich in die Umsetzungsphase gehen. Doch die geplante Wegeführung sorgt bereits im Vorfeld für erhebliche Kritik von Anwohnern, Tourismusverbänden und lokalen Politikern.
Warum der Neubau so lange dauerte
Die Verzögerungen beim Neubau des Elster-Radwegs haben mehrere Ursachen. Ursprünglich war der Baustart bereits für 2020 vorgesehen. Allerdings führten komplexe Grundstücksverhandlungen, naturschutzrechtliche Auflagen und die Notwendigkeit von Ausgleichsmaßnahmen zu jahrelangen Verzögerungen. Zudem mussten Finanzierungsfragen mit dem Land Sachsen-Anhalt geklärt werden. Erst nach langwierigen Abstimmungen konnte die Stadt nun grünes Licht für den ersten Bauabschnitt geben.
Kritik an der neuen Streckenführung
Besonders umstritten ist die geplante Trasse, die den Radweg teilweise über bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen führen soll. Kritiker bemängeln, dass die Route für Touristen weniger attraktiv sei als der alte Verlauf entlang der Elster. Zudem befürchten Anwohner eine Zerschneidung von Naherholungsgebieten und eine erhöhte Lärmbelastung. Der Stadtrat wird sich in der kommenden Sitzung erneut mit dem Thema befassen. Die Stadtverwaltung verteidigt die Planung mit Hinweis auf Sicherheitsaspekte und die bessere Anbindung an das überregionale Radwegenetz.
Ausblick und nächste Schritte
Mit dem ersten Spatenstich wird noch in diesem Sommer gerechnet. Die Gesamtfertigstellung ist für 2028 geplant. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro, die teils aus Fördermitteln des Landes und des Bundes stammen. Ob die Kritik noch zu Änderungen der Streckenführung führen kann, bleibt abzuwarten.



